Schlacht Französischer Sieg

Jena

14. Oktober 1806 · Vierzehnheiligen bei Jena (Thüringen, Deutschland)

Die Schlacht bei Jena, am 14. Oktober 1806 auf der Hochfläche über der Saale in Thüringen geschlagen, stellte Napoleon der preußisch-sächsischen Armee des Fürsten Hohenlohe gegenüber. Im Nebel überraschend vom Landgrafenberg hervorbrechend, zerschlug die Grande Armée die Vorhut Tauentziens, umfasste die preußischen Flügel und rieb vor Vierzehnheiligen eine Infanterie auf, die stundenlang ohne Deckung gestanden hatte. Das zu spät eintreffende Korps Rüchel wurde ebenfalls hinweggefegt. Am selben Tag schlug Davout bei Auerstedt allein die Hauptarmee des Königs. Der Doppelsieg führte binnen weniger Wochen zum Zusammenbruch Preußens.

Kräfte im Feld

Ergebnis: Entscheidender französischer Sieg

Trikolore (1794)

Frankreich

  • Napoléon
  • Lannes
  • Ney
  • Soult
  • Augereau
  • Murat

Bis zu 96 000 Mann vor Ort, davon 40 000 bis 54 000 im Gefecht

Verluste: 5000 bis 7500 Tote und Verwundete je nach Quelle

Flagge des Königreichs Preußen (Muster von 1803)Sächsische Staatsflagge (bis 1815)

Preußen · Sachsen

  • Hohenlohe
  • Tauentzien
  • Grawert
  • Holtzendorff
  • Rüchel

~38 000 Mann und 120 Geschütze (Hohenlohe), dann 15 000 (Rüchel)

Verluste: ~10 000 Tote und Verwundete, 10 000 bis 15 000 Gefangene, ~150 Geschütze

Flaggen: David Liuzzo, Wikimedia Commons

Koordinaten der Schlacht

Jena

Koordinaten 50,9733° N · 11,5358° E

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Interaktive taktische Karte

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13. Okt.Abend

Lannes auf dem Landgrafenberg

Das Korps Lannes hat Jena und den von einem sächsischen Bataillon geräumten Landgrafenberg genommen. Napoleon trifft gegen 16 Uhr mit der Garde ein. Die ganze Nacht werden Geschütze den Steiger hinaufgeschafft, und mehr als 40 000 Mann drängen sich auf dem Rücken. Gegenüber lagert Tauentziens Vorhut bei Closewitz und Lützeroda, das Gros Hohenlohes weiter westlich.

Die preußischen Befehlshaber halten es für unmöglich, Geschütze den Hang hinaufzubringen, und unternehmen nichts. Napoleon schläft inmitten seiner Garde auf dem Windknollen.
Armeen
FranzosenPreußenSachsen
Truppengattungen
■Infanterie⬡Kavallerie●Artillerie★Garde

Positionen nach Schlachtberichten rekonstruiert und an der tatsächlichen Lage der Dörfer und Höhen der Hochfläche bei Jena ausgerichtet. Die Uhrzeiten, über die die Quellen nicht immer übereinstimmen, sind Richtwerte. Die am selben Tag rund zwanzig Kilometer nördlich geschlagene Schlacht bei Auerstedt ist nicht dargestellt.

Schlachtbericht

Preußen zieht in den Krieg

Nach Austerlitz ordnete Napoleon Deutschland neu. Der Friede von Pressburg vom 26. Dezember 1805 vergrößerte seine süddeutschen Verbündeten: Bayern und Württemberg wurden Königreiche, Baden und Hessen-Darmstadt Großherzogtümer. Im Juli 1806 schlossen sich sechzehn deutsche Fürsten unter seinem Protektorat zum Rheinbund zusammen und traten aus dem Reich aus; am 6. August legte Franz II. die Kaiserkrone nieder, und das Heilige Römische Reich Deutscher Nation hörte auf zu bestehen.

Preußen, 1805 neutral geblieben, sah die Bedrohung vor seiner Haustür wachsen. Napoleon hatte es mit dem Angebot Hannovers gewonnen, eines Besitzes des englischen Königs, im Tausch gegen Gebiete, die an Frankreich und Bayern fielen; der im Februar 1806 in Paris verschärfte Vertrag entzweite Preußen mit London. Als Berlin im folgenden Sommer erfuhr, dass Napoleon in Verhandlungen mit den Briten erwog, ihnen eben dieses Hannover zurückzugeben, schlug die Stimmung am Hof um. Die Kriegspartei um Königin Luise, Minister Hardenberg, den Herzog von Braunschweig und Fürst Hohenlohe setzte sich gegen König Friedrich Wilhelm III. und Minister Haugwitz durch, die den Frieden wollten. Im August begann die Mobilmachung. Am 26. August 1806 forderte ein Ultimatum Napoleon auf, seine Truppen bis zum 8. Oktober hinter den Rhein zurückzuziehen.

Zwei Armeen, zwei Epochen

Die preußische Armee zehrte noch vom Ruhm Friedrichs des Großen, der zwanzig Jahre zuvor gestorben war. Ihre Lineartaktik hatte sich seit seinen Kriegen kaum verändert; nur wenige Truppen beherrschten das Gefecht in aufgelockerter Ordnung. Erst kurz vor dem Krieg war sie in Divisionen gegliedert worden, ihre Generale waren alt, ihre Versorgung hing an schweren Wagenkolonnen. Das Kommando war geteilt: Die Hauptarmee führte der betagte Herzog von Braunschweig in Anwesenheit des Königs, eine zweite Armee Fürst Hohenlohe, eine dritte General Rüchel. Selbst das Amt des Stabschefs teilten sich drei Offiziere: General Phull und die Obersten Scharnhorst und Massenbach. Ein Plan folgte dem anderen, ohne dass einer beschlossen wurde, und die Initiative ging auf die Franzosen über.

Ihnen gegenüber stand die Grande Armée, siegreich aus dem Feldzug von 1805 hervorgegangen. Sie war in selbstständig handlungsfähige Armeekorps gegliedert, lebte aus dem Land statt aus Wagenkolonnen, marschierte schnell und verband Schützen, Kolonnen und Linien. Napoleon bot für den Feldzug je nach Zählung 180 000 bis 190 000 Mann auf. Die Preußen und ihre sächsischen Verbündeten stellten rund 150 000 Mann, davon etwa 20 000 Sachsen.

Das Bataillonskarree durch den Thüringer Wald

Ein französischer Husar schlägt in einem Hohlweg mit dem Säbel nach einem berittenen preußischen Offizier, während ein weiterer Reiter heransprengt
Richard Knötel, Heldentod des Prinzen Louis Ferdinand bei Saalfeld, Illustration von 1896. Der Prinz fiel am 10. Oktober 1806 im Kampf mit einem Wachtmeister des 10. Husarenregiments. Gemeinfrei, Wikimedia Commons.

Napoleon wollte Preußen schlagen, bevor die Russen eintrafen. Nachdem er andere Wege verworfen hatte, zog er seine Korps in Franken zusammen und stieß nach Nordosten in Richtung Leipzig und Berlin vor, um die Preußen von ihrer Hauptstadt und die Sachsen von ihrem Land abzuschneiden. Am 8. Oktober, dem Tag, an dem das Ultimatum ablief, durchquerte die Grande Armée den Thüringer Wald in drei Kolonnen: links Lannes und Augereau auf Saalfeld; in der Mitte Bernadotte, Davout, die Garde und Murats Kavallerie über Kronach und Lobenstein; rechts Soult und Ney auf Hof. Die Kolonnen marschierten nah genug beieinander, um sich gegenseitig zu stützen: das „Bataillonskarree“.

Am 9. Oktober warf bei Schleiz Murats Kavallerie mit Unterstützung von Bernadottes Infanterie die preußisch-sächsische Vorhut des Generals Tauentzien zurück: das erste größere Gefecht des Krieges. Tags darauf zerschlug Lannes bei Saalfeld die Vorhut des Prinzen Louis Ferdinand von Preußen, eines Neffen Friedrichs des Großen und Musikers, dessen Klavierspiel Beethoven bewunderte. Der Prinz fiel in einem Reitergefecht, nach der wahrscheinlichsten Version durch den Wachtmeister Guindey vom 10. Husarenregiment. Die Nachricht von seinem Tod entmutigte die preußischen Truppen.

13. Oktober: Lannes nimmt den Landgrafenberg

Napoleon wusste nicht genau, wo die feindliche Armee stand; er vermutete sie weiter nördlich bei Gera oder Leipzig und schickte einen Teil seiner Kavallerie dorthin, während Davout und Bernadotte auf Naumburg marschierten. Die Preußen ihrerseits hatten am 12. Oktober beschlossen, einer Schlacht vorerst auszuweichen: Die Hauptarmee Braunschweigs sollte über Auerstedt nach Norden ziehen, um nicht von Berlin abgeschnitten zu werden, während Hohenlohe bei Jena und Rüchel bei Weimar diese Bewegung deckten.

Am Morgen des 13. Oktober überschritt das Korps Lannes, 22 000 Mann, die Saale und besetzte Jena. Über der Stadt hielt nur ein sächsisches Bataillon den Höhenzug des Landgrafenbergs, das sich ohne nennenswerten Widerstand zurückzog. Die preußischen Befehlshaber beunruhigte das nicht: Sie hielten es für unmöglich, Geschütze den steilen Hang hinaufzubringen. Lannes entdeckte die Biwaks Hohenlohes auf der Hochfläche. Napoleon, überzeugt, endlich das Gros der preußischen Armee gefunden zu haben, zog seine Korps bei Jena zusammen. Gegen 16 Uhr traf er mit der Garde auf dem Landgrafenberg ein.

Das Gelände erklärt die Überraschung. Jena liegt tief im Saaletal, im Westen überragt von einer steil abfallenden Hochfläche, die von Schluchten und bewaldeten Tälern durchschnitten ist. Am Rand dieser Hochfläche bieten der Landgrafenberg mit 280 Metern und der Windknollen mit 363 Metern bei klarer Sicht einen Blick über das ganze Tal. Auf der Hochfläche liegen die Dörfer Cospeda, Lützeroda, Closewitz und weiter entfernt Vierzehnheiligen und Isserstedt an der Straße von Jena nach Weimar. Oberst Massenbach hatte das preußische Lager entlang dieser Straße mit Front nach Südwesten abstecken lassen, von wo man die Franzosen erwartete. Sie sollten jedoch von Südosten her über den Steilhang des Saaletals kommen.

In der Nacht wurde die Artillerie über den steilen Steiger hinaufgeschafft; als sich der Geschützzug staute, griff der Kaiser persönlich ein, um ihn wieder in Gang zu bringen. Die Korps von Soult und Augereau trafen in der Nacht ein. Mehr als 40 000 Mann drängten sich auf einem schmalen Rücken, so dicht, dass jede Reihe fast die vordere berührte, keinen halben Kanonenschuss von den preußischen Vorposten entfernt, ohne dass der Gegner es bemerkte. Napoleon schlief inmitten seiner Garde am Südhang des Windknollens. Gegen 22 Uhr hatte er Davout geschrieben, über Apolda zu marschieren und sich dem Kanonendonner zuzuwenden.

In der besetzten Stadt hatte der Philosoph Hegel, der an der Universität lehrte, gerade in großer Eile das Manuskript der Phänomenologie des Geistes abgeschlossen. Am 13. Oktober schrieb er seinem Freund Niethammer, er habe den Kaiser, „diese Weltseele“, vorbeireiten sehen.

Die Kräfteverhältnisse

Alter kolorierter Plan des Schlachtfelds von Jena mit der Saale, den Dörfern auf der Hochfläche und den Truppenstellungen in Rot und Blau
Plan des Treffens bey Jena am 14ten October 1806: deutscher Schlachtplan von 1806 mit dem Saaletal, der Stadt Jena und den Stellungen beider Armeen auf der Hochfläche. Gemeinfrei (CC0), Wikimedia Commons.

Im Morgengrauen des 14. Oktober verfügte Napoleon auf dem Landgrafenberg und in den benachbarten Tälern über etwa 46 000 Mann und 70 Geschütze, nach anderen Zählungen über 56 600 Mann. Die im Laufe des Vormittags eintreffenden Verstärkungen, die Korps von Soult und Ney und Murats Kavallerie, brachten seine Stärke auf 96 000 Mann, doch nur die Hälfte davon, je nach Schätzung 40 000 bis 54 000, kämpfte tatsächlich. Der Kaiser glaubte noch immer, der gesamten preußischen Armee gegenüberzustehen, die er auf über 100 000 Mann schätzte.

Tatsächlich verfügte Hohenlohe nur über etwa 38 000 Preußen und Sachsen und 120 Geschütze, verteilt über mehrere Kilometer. Tauentziens Vorhut, 8000 Mann, lagerte gegenüber dem Landgrafenberg um Closewitz und Lützeroda; das Gros lagerte weiter westlich zwischen Vierzehnheiligen und Kapellendorf, wo Hohenlohe mit seinem Stab im Schloss Quartier genommen hatte; General Holtzendorff deckte den linken Flügel bei Dornburg. Rüchels Korps, 15 000 Mann, stand noch in Weimar, 17 Kilometer von Vierzehnheiligen entfernt. Viele Einheiten hatten die Verwirrung der vorangegangenen Tage nicht überwunden: Manche Bataillone hatten nur die Hälfte ihrer Sollstärke, und der Hunger untergrub die Moral.

Sechs Uhr: Angriff im Nebel

Gegen 4 Uhr morgens gab Napoleon Lannes seine letzten Anweisungen, ritt dann die Reihen ab und erinnerte die Soldaten an den Sieg bei Ulm ein Jahr zuvor. Dichter Nebel lag über der Hochfläche wie zehn Monate zuvor bei Austerlitz. Er behinderte die letzte Erkundung des Kaisers, verbarg aber auch vor den Preußen die auf dem Rücken zusammengedrängte Masse; bei klarer Sicht, sollte General Savary festhalten, hätte jeder preußische Schuss getroffen.

Gegen 6 Uhr eröffnete die französische Artillerie das Feuer auf Closewitz. Die beiden Divisionen von Lannes stiegen in den Nebel hinab, Suchet rechts, Gazan links. Man sah kaum hundert Schritte weit. Die Kolonnen stießen auf Tauentziens Bataillone, und im Durcheinander entbrannte ein Kampf auf nächste Entfernung. Suchet nahm Closewitz; Gazan, vor Cospeda zunächst zurückgeworfen, brach den preußischen Gegenstoß mit dem Feuer seiner Artillerie. Lannes, der die Stärke des Gegners nicht beurteilen konnte, hielt ihn für stärker, als er war.

Im Hauptquartier in Kapellendorf hielt man es für undenkbar, dass Napoleon mit einem Fluss und steilen Hängen im Rücken von Jena aus angreifen würde. Bis gegen 7 Uhr wurde in aller Ruhe gefrühstückt; Hohenlohe nahm die ersten Meldungen nicht ernst und hielt gegen 8 Uhr noch den Befehl General Grawerts auf, das Lager abzubrechen. Dann begann sich der Nebel zu lichten. Tauentzien, der Closewitz, Cospeda und Lützeroda geräumt hatte, wich auf Vierzehnheiligen zurück; mit 5000 Mann unternahm er einen kräftigen Gegenangriff, der die Franzosen kurz trennte, und gegen 8.30 Uhr wurde um den Dornberg gekämpft, die höchste Erhebung der Hochfläche. Danach zog er sich auf Klein Romstedt zurück. Erst um 8.30 Uhr befahl Hohenlohe seiner Armee, zu reagieren.

Augereau und Soult auf den Flügeln

Während Lannes die Hochfläche öffnete, traten die benachbarten Korps an seinen Flanken heraus. Links rückte Augereau durch das Mühltal vor, den natürlichen Weg von Jena nach Weimar; die Division Desjardin drang in Isserstedt ein, gefolgt von der Division Heudelet. Ihnen gegenüber standen die Sachsen des Generals Zezschwitz in Abwehrstellung auf der Höhe der Schnecke.

Rechts kam die Division Saint-Hilaire vom Korps Soult aus Löbstedt und Zwätzen und stieg auf die Hochfläche, wo sie auf die 5000 Mann Holtzendorffs traf, die von Dornburg heranrückten. Kurz nach 10 Uhr brach Saint-Hilaire, hinter einer Geländefalte bei Rödigen verborgen, in die linke Flanke der Preußen. Diese wichen über den Bach bei Nerkewitz zurück, gedeckt von ihrer Kavallerie, die von den französischen Reitern durchbrochen wurde: 400 Gefangene, 6 Geschütze und 2 Fahnen fielen in ihre Hände. Hinter Nerkewitz gesammelt, wurde Holtzendorff erneut umgangen und attackiert; seine Truppen flohen auf Apolda. Er rettete nur seine Kavallerie und eine Batterie. General Sanitz geriet verwundet in Gefangenschaft.

Hohenlohe setzt seine Armee ein

Gegen 9 Uhr begriff Hohenlohe endlich, dass er es nicht mit einer bloßen Abteilung zu tun hatte. Die Ankunft des geschlagenen Tauentzien überzeugte ihn vollends. Er bat Rüchel dringend, von Weimar heranzukommen, ließ drei sächsische Brigaden an der Straße nach Weimar aufmarschieren, um sie offen zu halten, rief dann den Rest seiner preußischen Infanterie herbei und schickte die Division Grawert vor, um den Franzosen die Hochfläche streitig zu machen.

Die Verstärkungen trafen vereinzelt ein. Um 11 Uhr standen elf Bataillone in Linie gegenüber dem Korps Lannes, die Sachsen rechts von ihnen, die preußische Kavallerie daneben aufmarschiert. Grawerts Preußen rückten in schräger Schlachtordnung gegen das Dorf Vierzehnheiligen vor. Napoleon hatte seinerseits die Offensive in der Mitte und links angehalten: Er wartete, bis seine Verstärkungen die Saale überschritten und seine Linie verlängerten.

Neys Eigenmächtigkeit

In diesem Augenblick griff Marschall Ney ohne Befehl in die Schlacht ein. Ungeduldig warf er seine Vorhut, zwei Regimenter leichter Kavallerie und fünf Bataillone, in die Lücke zwischen Lannes und Augereau, südlich von Vierzehnheiligen, noch im Schutz einer Nebelbank. Er griff eine starke preußische Batterie an und hatte zunächst Erfolg: Der preußische rechte Flügel wich, die Kanoniere verließen ihre Geschütze, und die Kavallerie, die gerade Lannes attackieren wollte, zog sich kurz zurück.

Doch Ney war zu weit vorgestoßen. Die preußische Kavallerie sammelte sich und schloss ihn ein; er musste ein Karree bilden, abgeschnitten von Lannes wie von Augereau. Napoleon schickte ihm General Bertrand mit den beiden Kavallerieregimentern der Armeereserve zu Hilfe, befahl Lannes, nach Vierzehnheiligen durchzubrechen, um Ney zu erreichen, und Augereau, ein zweites Treffen zu bilden. Der Druck ließ nach, mehr nicht. Die Truppen von Lannes stießen auf Grawerts Preußen; der Kampf war erbittert und auf beiden Seiten verlustreich. Die Franzosen wurden zurückgeworfen, Lannes' Tirailleure wichen in das Dorf zurück, und Ney musste Isserstedt und seine Wälder aufgeben. Der Kaiser war über diese Eigenmächtigkeit verärgert, behandelte die Sache aber diskret.

Vierzehnheiligen: zwei Stunden im Feuer

Karte der Schlachten bei Jena und Auerstedt gegen 10 Uhr am 14. Oktober 1806 mit der Saale, Jena, Weimar, Apolda, Auerstedt und den Stellungen der französischen und preußischen Korps
Die Doppelschlacht gegen 10 Uhr: Bei Jena stehen die Korps von Lannes, Augereau und Soult Hohenlohe gegenüber, Rüchel ist noch in Weimar; im Norden trifft Davout bei Hassenhausen auf die Armee Braunschweigs, und Bernadotte zieht auf Dornburg. Karte der US-Militärakademie West Point, gemeinfrei, Wikimedia Commons.

Die Schlacht erreichte ihren Höhepunkt, und Hohenlohe hatte die Gelegenheit, die Rückschläge des Vormittags wettzumachen. Seine Umgebung drängte ihn, Vierzehnheiligen anzugreifen. Er zögerte und wollte lieber auf Rüchel warten. Eineinhalb bis zwei Stunden lang standen fast 20 000 preußische Infanteristen ohne Deckung in Linie vor dem Dorf, in Reichweite der französischen Gewehre und Geschütze, die sie niedermähten. Ihre Haubitzen zerstörten einige französische Geschütze und sprengten Munitionswagen, doch die Lage verschlechterte sich unaufhörlich. Ein preußischer General schrieb später, die Umgebung des Dorfeingangs sei der Schauplatz des furchtbarsten Blutvergießens gewesen.

Lannes versuchte, den Stillstand mit einem Front- und Flankenangriff auf den preußischen linken Flügel zu durchbrechen. Hohenlohe bog seinen linken Flügel zurück, die Preußen wichen, dann warf eine überraschende Attacke der sächsischen Kavallerie die Franzosen zurück. Wieder konnte Hohenlohe den Erfolg nicht nutzen: Auf seinem rechten Flügel stieß Ney, von Lannes unterstützt, durch die Isserstedter Wälder bis an die große Straße nach Weimar vor und schnitt drei sächsische Brigaden vom Rest der Armee ab, während aus Richtung Jena neue französische Kolonnen auftauchten. Um 13 Uhr waren alle Truppen Hohenlohes im Gefecht, außer der dezimierten Division Tauentzien. Rüchel war in zwei Stunden kaum fünf Kilometer vorangekommen.

Dreizehn Uhr: der allgemeine Angriff

Marschall Murat galoppiert mit erhobenem Säbel an der Spitze einer Reitermasse durch den Staub
Henri-Georges Chartier, Murat in der Schlacht bei Jena (1895): Die Reservekavallerie verwandelt den preußischen Rückzug in eine Flucht. Gemeinfrei, Wikimedia Commons.

Unterdessen waren die französischen Verstärkungen über die Saale geströmt. Am Mittag hielt Napoleon rund 42 000 Mann in Reserve, Murats Kavallerie und das Gros der Korps von Soult und Ney, zusätzlich zu den 54 000 bereits eingesetzten. Er befahl den allgemeinen Angriff. Rechts sollte Saint-Hilaire über die Reste Holtzendorffs herfallen; links Augereau, seit 11.30 Uhr im Gefecht, über die in der Enge der Schnecke verschanzten Sachsen; in der Mitte führten Ney und Lannes den Hauptstoß, den Murats Kavallerie nach dem Einbruch der Flügel ausnutzen sollte. Gegen 13 Uhr, als Saint-Hilaire bereit war, gab Napoleon das Zeichen. Die Garde blieb in Reserve, sehr zum Verdruss ihrer Grenadiere.

Preußische Kavallerie und Artillerie versuchten, den Angriff aufzuhalten, doch ihre Bewegungen rissen Lücken, die die Franzosen sofort nutzten. Die Linie zerfiel. Hohenlohe befahl den allgemeinen Rückzug auf Groß- und Klein Romstedt. Er begann geordnet, dann fiel Murats Kavallerie über die Kolonnen her und verwandelte ihn in eine Flucht. Die Fliehenden strömten nach Weimar. Ein sächsisches Grenadierbataillon unter Oberst Winkel zog sich im Karree zurück, ohne sich sprengen zu lassen, und deckte einen Teil der Flucht. Weiter nördlich hielt Tauentzien die Franzosen bei Groß Romstedt eine Weile auf, verlor dort aber 2500 Gefangene, 16 Geschütze und 8 Fahnen.

Rüchel kommt zu spät

Karte der Schlachten bei Jena und Auerstedt gegen 14 Uhr: Hohenlohe und Rüchel nach Weimar zurückgedrängt, Davout siegreich bei Hassenhausen
Die Lage gegen 14 Uhr: Hohenlohe und Rüchel weichen vor Lannes, Ney, Augereau und Soult auf Weimar zurück; bei Auerstedt wirft Davout die Armee des Königs zurück. Karte der US-Militärakademie West Point, gemeinfrei, Wikimedia Commons.

Gegen 13 Uhr erreichte Rüchels Korps Kapellendorf und stieß dort auf die Flut der Fliehenden Hohenlohes. Statt die Linie des Sulzbachs zu halten, um den Rückzug zu decken, entfaltete Rüchel seine 15 000 Mann zwischen Kötschau und Romstedt und versuchte einen Gegenstoß. Das Eintreffen der Infanterie von Lannes und Ney machte die Stellung unhaltbar. Der zunächst geordnete Rückzug brach im Feuer der französischen Artillerie und unter der Attacke von Murats Kürassieren zusammen. Rüchels Korps verlor 4000 Gefangene und 5 Fahnen; sein Befehlshaber wurde schwer verwundet. Seine Soldaten gingen in der Masse der Fliehenden unter, die nach Weimar und zur Festung Erfurt strömten.

Gegen 15 Uhr hatte jeder geordnete Widerstand aufgehört. Die Verfolgung ging den ganzen Nachmittag weiter. Gegen 17 Uhr zog Murat in Weimar ein. Tauentzien wich auf Apolda zurück und hielt Soult auf Abstand; anderswo rettete nur die Dunkelheit die Überlebenden.

Weimar wurde geplündert. In seinem Haus wurde Goethe von französischen Soldaten bedroht; seine Lebensgefährtin Christiane Vulpius griff ein und rettete ihn. Fünf Tage später, am 19. Oktober 1806, heiratete er sie und ließ das Datum der Schlacht in die Trauringe gravieren.

Unterdessen bei Auerstedt

Rund zwanzig Kilometer weiter nördlich wurde am selben Tag eine zweite Schlacht geschlagen, ohne dass Napoleon davon wusste. Davouts III. Korps, etwa 27 000 Mann mit 44 Geschützen, marschierte gemäß den in der Nacht erhaltenen Befehlen von Naumburg über den Kösener Pass nach Süden. Im Nebel bei dem Dorf Hassenhausen stieß seine Vorhut gegen 7 Uhr auf die preußische Hauptarmee, die mit dem König und dem Herzog von Braunschweig nach Norden zog: je nach Schätzung 50 000 bis 64 000 Mann, mit weit überlegener Kavallerie und Artillerie.

Davout warf die Division Gudin nach Hassenhausen und setzte die Division Friant bei ihrem Eintreffen gegen 9.30 Uhr rechts von Gudin ein. In Karrees formiert, wiesen seine Bataillone die Kavallerie Blüchers und die aufeinanderfolgenden preußischen Angriffe ab. Im Kartätschenhagel hörte man in den französischen Reihen nur den Befehl, die Reihen zu schließen. Davout hielt seine Chasseurs à cheval hinter einem Hinterhang verborgen und warf sie im entscheidenden Augenblick gegen Blüchers Schwadronen, die vom Feuer der Infanterie und Artillerie bereits erschüttert waren. Kurz vor 10 Uhr befahl Braunschweig einen allgemeinen Sturm auf Hassenhausen. Gegen 10 Uhr traf den Herzog von Braunschweig eine Kugel am Kopf, die ihn das Augenlicht kostete; er war tödlich verwundet. Auch General Schmettau wurde schwer verletzt. Niemand übernahm den Oberbefehl, und jeder preußische General kämpfte für sich. Gegen 10.30 Uhr trafen die Infanterie Oswalds und der Prinz von Oranien ein; der König traf seine einzige Entscheidung des Tages und teilte diese Truppen auf beide Flügel auf. Auf französischer Seite sicherte die nun eintreffende Division Morand Gudins linken Flügel. Gegen 11 Uhr, als er die Preußen wanken sah, ging Davout zum Angriff über. Am Mittag war Schmettaus Mitte über den Lissbach zurückgeworfen und Blüchers Kavallerie erschöpft. Am frühen Nachmittag befahl der König den Rückzug, ohne die Reserve des Feldmarschalls Kalckreuth eingesetzt zu haben.

Davout hatte mehr als 7000 Tote und Verwundete verloren, ein Viertel seines Korps; die Preußen etwa 10 000 Tote und Verwundete und 3000 Gefangene. Auf dem Rückzug gerieten ihre noch geordneten Kolonnen in die Menge der von Jena Fliehenden, und die beiden geschlagenen Armeen versanken in derselben Katastrophe.

Bernadotte, der große Abwesende

Marschall Bernadotte und sein I. Korps kämpften weder bei Jena noch bei Auerstedt. In der Nacht hatte Davout ihm einen Befehl Berthiers übermittelt: Wenn Bernadotte bei ihm sei, könnten sie gemeinsam marschieren, doch der Kaiser hoffe, er werde bei Dornburg stehen, seiner vorgesehenen Position. Bernadotte wählte Dornburg. Seine Truppen kamen die Hänge über der Saale nur mühsam hinauf und erreichten keines der beiden Schlachtfelder; am Abend besetzten sie die Höhen von Apolda auf der preußischen Rückzugslinie.

Sein Verhalten sorgte binnen einer Woche für einen Skandal. Davout und Bernadotte wurden erbitterte Feinde. Auf St. Helena sagte Napoleon, er hätte Bernadotte erschießen lassen, wäre da nicht seine Zuneigung zu dessen Frau Désirée Clary gewesen. Doch der Fall ist weniger eindeutig, als es scheint: Ein Befehl, der Bernadotte anwies, mit Davout zu marschieren, wurde in den Archiven nie gefunden, und Bernadotte hielt sich an die letzten schriftlichen Anweisungen, die er erhalten hatte. Napoleon erteilte ihm einen scharfen Verweis, ging aber nicht weiter.

„Ihr Marschall sieht doppelt“

Am Abend des 14. Oktober glaubte Napoleon, das Gros der preußischen Armee geschlagen zu haben. Auf die erste Meldung, das III. Korps habe allein die Armee des Königs besiegt, wollte er es nicht glauben und soll geantwortet haben, der Marschall sehe wohl doppelt, eine Anspielung auf Davouts schlechte Augen. Er erkannte die Wahrheit an, und sein Lob war ohne Vorbehalt: Davout wurde später Herzog von Auerstedt. Am 15. Oktober um 3 Uhr morgens schrieb er an Joséphine: „Meine Freundin, ich habe schöne Manöver gegen die Preußen ausgeführt. Ich habe gestern einen großen Sieg errungen. Sie waren 150 000 Mann; ich habe 20 000 Gefangene gemacht, 100 Geschütze und Fahnen erbeutet.“

Der Historiker Martin van Creveld hat das Paradox dieses Tages zusammengefasst: Napoleon wusste nichts von der Hauptschlacht, vergaß zwei seiner Korps, gab einem dritten keine Befehle, wurde von der Initiative eines fünften überrascht und erlebte den Ungehorsam eines seiner wichtigsten Untergebenen; und doch errang er den vielleicht größten Einzeltriumph seiner Laufbahn. Clausewitz, der in preußischen Reihen am Feldzug teilnahm, urteilte, die Schlacht bei Jena habe nicht zwangsläufig verloren gehen müssen: Die Truppen auf dem Landgrafenberg zusammenzudrängen war ein großes Risiko, und ein entschlossener früher Angriff der Preußen hätte die Franzosen in die Straßen Jenas und auf die einzigen zwei Saalebrücken zurückwerfen können. Hohenlohe hatte einen solchen Angriff vorbereitet; er unterließ ihn im Moment des Angriffs, als Massenbach aus dem Hauptquartier mit dem Befehl zurückkam, Kampfhandlungen zu vermeiden.

Die Bilanz

Bei Jena werden die französischen Verluste je nach Quelle auf 5000 bis 7500 Tote und Verwundete geschätzt. Die der Preußen und Sachsen beliefen sich auf etwa 10 000 Tote und Verwundete, dazu 10 000 bis 15 000 Gefangene und rund 150 Geschütze. Bei Auerstedt verlor Davouts Korps mehr als 7000 Mann, die Preußen mehr als 13 000 Tote, Verwundete und Gefangene. Beide preußischen Armeen wurden am selben Tag geschlagen; die Verfolgung vollendete ihre Vernichtung.

Der Zusammenbruch Preußens

Napoleon zu Pferd, umgeben von seinen Marschällen und der Garde, reitet vor einer Menge Berliner durch das Brandenburger Tor
Charles Meynier, Einzug Napoleons in Berlin am 27. Oktober 1806 (1810): Der Kaiser zieht an der Spitze seiner Truppen durch das Brandenburger Tor. Schloss Versailles, gemeinfrei, Wikimedia Commons.

Anders als nach Austerlitz ordnete Napoleon diesmal eine allgemeine Verfolgung an, und sie vollendete das Werk der Schlacht. Am 16. Oktober kapitulierte Erfurt vor Murat mit mehreren Tausend Mann. Am 17. zerschlug Bernadotte bei Halle die preußische Reserve des Herzogs von Württemberg. Am 25. Oktober zog Davout als Belohnung für Auerstedt als Erster in Berlin ein; Napoleon hielt am 27. seinen feierlichen Einzug. Auf dem Weg dorthin hatte er in Potsdam das Grab Friedrichs des Großen besucht und soll seinen Offizieren gesagt haben, lebte dieser König noch, wären sie nicht hier.

Stich: Napoleon steht in einer Gruft mit schachbrettartigem Boden am Sarg Friedrichs II., umgeben von seinen Offizieren
F. Arnold, Napoleon in Potsdam am Grab Friedrichs II., in der Garnisonkirche. Gemeinfrei, Wikimedia Commons.

Die letzten preußischen Verbände wurden einer nach dem anderen eingeholt. Hohenlohe kapitulierte am 28. Oktober bei Prenzlau. Blücher, der westlich der Oder rund 21 000 Mann gesammelt hatte, wurde von Bernadotte, Soult und Murat unablässig verfolgt. Da er nicht nach Dänemark ausweichen konnte, verletzte er die Neutralität der freien Stadt Lübeck und verschanzte sich dort. Am 6. November stürmte Bernadottes Korps die Stadttore und nahm seinen Gefechtsstand samt Stabschef Scharnhorst; am 7. ergab sich Blücher mit 9000 Mann. Magdeburg öffnete Ney am 11. November die Tore; andere Festungen wie Spandau, Stettin und Küstrin ergaben sich kampflos. König und Königin flohen nach Osten bis Memel. Von Berlin aus unterzeichnete Napoleon am 21. November 1806 das Dekret, das die Kontinentalsperre gegen das Vereinigte Königreich verhängte.

Die Leichtigkeit dieser Kapitulationen empörte den König. Am 1. Dezember drohte Friedrich Wilhelm III. im Ortelsburger Publikandum jedem Kommandanten die Erschießung an, der seine Festung nicht bis zum Äußersten verteidigte. Andere Festungen wie Breslau, Glogau, Danzig und Neisse wehrten sich daraufhin bis zur Erschöpfung ihrer Mittel, und einige, darunter Kolberg und Graudenz, waren beim Friedensschluss noch preußisch. Gegen die Kommandanten der übergebenen Festungen wurden Kriegsgerichtsverfahren eingeleitet; zwei endeten mit Todesurteilen, die nicht vollstreckt wurden.

Doch der Krieg war nicht zu Ende: Russland griff ein, und es bedurfte des Winterfeldzugs in Polen, der blutigen Schlacht bei Eylau und des Sieges bei Friedland, um den Frieden zu erzwingen. Im Frieden von Tilsit im Juli 1807 verlor Preußen die Hälfte seines Gebiets. Die Pariser Konvention von 1808 setzte seine Kontribution auf 120 Millionen Francs fest und begrenzte sein Heer auf 42 000 Mann.

Jena, Keimzelle der preußischen Reformen

Für Preußen war die Doppelniederlage ein Einschnitt. Mehrere Männer, die sie im Feld erlebten, Scharnhorst, Gneisenau, Clausewitz, Boyen und Blücher, wurden zu Wegbereitern seines Wiederaufstiegs. Die Reformen der folgenden Jahre veränderten Heer und Staat: Bauernbefreiung, Städteordnung, Wehrpflicht, Gründung der Berliner Universität. Dieses reformierte Preußen erhob sich 1813 gegen Napoleon und spielte bei Leipzig und später bei Waterloo eine entscheidende Rolle. Die Demütigung von 1806 und die folgende Erhebung wurden zu einer Grundlage des deutschen Nationalismus; Bismarck wird für 1871 das Wort zugeschrieben: „Ohne Jena kein Sedan.“

Jena in der Erinnerung

Napoleon zu Pferd, umgeben von seinen Offizieren, wendet sich auf einer verrauchten Hochfläche einem Gardegrenadier zu, der aus dem Glied getreten ist
Horace Vernet, Die Schlacht bei Jena, 14. Oktober 1806 (1836): Der Legende nach tadelt der Kaiser einen Grenadier der Garde, der in seiner Kampfeslust „Vorwärts!“ gerufen hat. Galerie des Batailles, Schloss Versailles, gemeinfrei, Wikimedia Commons.

In Paris gab Napoleon mit einem 1807 in Warschau unterzeichneten Dekret der Brücke gegenüber der École Militaire den Namen des Sieges. Der Pont d'Iéna wurde von 1808 bis 1814 gebaut. 1815, während der zweiten Besetzung von Paris, wollte Blücher ihn sprengen lassen; erst das Eingreifen Zar Alexanders brachte ihn davon ab. Auch die 1858 angelegte Avenue d'Iéna und ihre Metrostation tragen den Namen der Schlacht, ebenso mehrere Schiffe der französischen Marine, darunter das Linienschiff Iéna, das 1907 im Hafen von Toulon durch eine Explosion zerstört wurde.

Viereckiger Steinpfeiler auf einer kahlen Anhöhe, in der Ferne das Saaletal und die Stadt Jena
Der Napoleonstein auf dem Windknollen, nahe der Stelle, an der Napoleon die Nacht vom 13. auf den 14. Oktober verbrachte. Foto Aschroet, 2019, CC0, Wikimedia Commons.

Um Jena ist das Schlachtfeld noch heute lesbar. Auf dem Windknollen in 363 Metern Höhe trägt der 1992 errichtete Napoleonstein das Datum der Schlacht und die Entfernungen von diesem Ort zu den Lebensstationen des Kaisers, von Paris bis St. Helena. Gedenksteine, Tafeln und Wandbilder erinnern in Cospeda, Lützeroda und Vierzehnheiligen an die Schlacht; vor der Kirche von Vierzehnheiligen ehrt ein 1906 errichtetes Denkmal die gefallenen Franzosen und Deutschen. In Cospeda ist das Museum 1806 der Doppelschlacht gewidmet. Jedes Jahr im Oktober veranstaltet der Verein Jena 1806 Gedenkveranstaltungen; zum 200. Jahrestag am 14. Oktober 2006 stellten 1800 Teilnehmer die Kämpfe bei Cospeda nach.

Steinerner Gedenkstein mit der Inschrift „Schlacht bei Jena, 14. Oktober 1806“ an einer Dorfstraße
Gedenkstein an die Schlacht in Vierzehnheiligen. Foto Aschroet, 2017, CC0, Wikimedia Commons.
Gelbes Museumsgebäude mit braunem Dach in einem Dorf, im Schnee
Das Museum 1806 in Cospeda, der Schlacht gewidmet. Foto Wikswat, 2013, CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons.

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