Kavallerie

Chasseurs à cheval

Leichte Linienkavallerie

1803-1815

Die Chasseurs à cheval bilden die Masse der leichten Linienkavallerie: Aufklärung, Verfolgung, Flankensicherung und Begegnungskampf. Im Imaginären weniger schillernd als die Husaren, stehen sie überall in den Schlachtordnungen der Grande Armée.

Ursprünge

Die Chasseurs à cheval setzen die Traditionen der leichten Kavallerie des 18. Jahrhunderts und der Revolution fort. Unter dem Empire tragen zahlreiche Regimenter diesen Namen und diese Aufklärungsrolle der Armee.

Man muss sie von den Chasseurs à cheval der Garde unterscheiden, einer eigenen Eliteeinheit. Hier geht es um die Chasseur-Regimenter der Linie.

Ihre Doktrin privilegiert Mobilität, Initiative der Schwadronchefs und die Fähigkeit, in kleinen Paketen wie in der Regimentsattacke zu kämpfen.

Organisation

In Schwadronen geteilte Regimenter, oft den Armeekorps für die organische Aufklärung zugeteilt oder in Brigaden der leichten Kavallerie zusammengefasst.

Die berittenen Stärken schwanken mit Remonte und Feldzügen. Nach 1812 leidet die leichte Kavallerie besonders unter dem Mangel an tauglichen Pferden.

Im Marsch gehen die Chasseurs den Kolonnen voraus oder flankieren sie; im Biwak stellen sie Patrouillen und Vorposten.

Uniform und Bewaffnung

Die grüne Uniform — weithin mit der Waffe assoziiert, mit Facing-Varianten nach Regiment — und der Tschako (oder Kopfbedeckungen nach Perioden) definieren eine nüchternere Silhouette als die des Husaren mit Pelisse.

Säbel der leichten Kavallerie, Pistolen und Karabiner bilden die typische Bewaffnung. Das Karabinerfeuer dient vor allem dem Postenkampf und dem Scharmützel; die Entscheidung bleibt oft dem Säbel.

Leichtere Ausrüstung und ein lebhafteres Pferd als das des Kürassiers ermöglichen Eingreifgeschwindigkeit — zum Preis geringerer frontaler Stoßkraft.

Taktik

Aufklären, anpacken, verfolgen: das klassische Triptychon der Leichten. Die Chasseurs suchen Information ebenso wie die Trophäe; ein guter Patrouillenbericht kann eine brillante Attacke aufwiegen.

In der Schlacht decken sie die Flanken, nutzen eine Flucht aus, bekämpfen die feindliche leichte Kavallerie. Gegenüber schwerer Kavallerie oder Infanterie im soliden Karree vermeiden sie den längeren Frontalstoß.

Die Koordination mit der reitenden Artillerie und benachbarten Husaren oder Lanzenreitern vervielfacht ihre Wirksamkeit.

Waffentaten

Schon bei Austerlitz und Jena im Kavalleriedispositiv präsent, vervielfachen die Chasseurs à cheval Vor- und Nachhutaktionen während der Deutschlandfeldzüge.

Bei Eylau und Wagram nehmen sie an Flankenmanövern und Verfolgungen teil. In Russland wird die Aufklärung in der Weite und im Rückzug vital — und tödlich.

Bei Waterloo engagiert sich die französische leichte Kavallerie, einschließlich Chasseurs, an einem Tag, an dem wiederholte Attacken nicht zur Entscheidung reichen.

Erbe

Die Chasseurs à cheval haben die moderne Idee einer leichten « Arbeits »-Kavallerie geprägt: weniger theatralisch als die Husaren, wesentlich für das Leben der Armee im Feld.

Auf Empire Napoléon repräsentieren sie diese stille Mehrheit der Kavallerie, ohne die kein strategisches Manöver möglich ist.

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