Geburt des III. Korps und Methode Davout
Gebildet im Lager von Boulogne und dann im Feldzug von 1805 eingesetzt, erhält das III. Armeekorps als Chef Louis-Nicolas Davout, den jüngsten der Marschälle von 1804. Um ihn kristallisieren sich drei Infanteriedivisionen — die von Morand, Friant und Gudin — flankiert von leichter Kavallerie und sorgfältig bedienter Artillerie. Die Stärke schwankt je nach Feldzug zwischen zwanzig und dreißigtausend Mann, doch die Qualität der Führung und die Marschdisziplin wiegen oft die Zahlen auf.
Davout erzwingt eine seltene Stabskultur: häufige Inspektionen, Schießausbildung, Ordnung der Magazine, Nachtmärsche ohne Unordnung. Die Zeitgenossen halten ihn für streng; die Soldaten entdecken, sobald das Feuer eröffnet ist, einen Chef, der sie nicht im Stich lässt. Napoleon, der Improvisationen misstraut, findet in ihm den Ausführenden, der einen isolierten Abschnitt halten kann, ohne auf Detailbefehle zu warten.
Der Beiname « zehnte Legion » — Anspielung auf Caesars Legio X — ist keine Salon-Schmeichelei: er misst das strategische Vertrauen in ein Korps, das wie eine Miniaturarmee handeln kann, mit eigenen Reserven und eigener Artillerie.
Austerlitz: der rechte Flügel unter Druck
Am 2. Dezember 1805, während Soult mit dem IV. Korps das Plateau von Pratzen erklimmt, hält Davout den französischen rechten Flügel um Telnitz und Sokolnitz. Seine Divisionen, nach einem Gewaltmarsch aus Wien eingetroffen, müssen die österreichisch-russische Masse aufhalten, die glaubt, eine absichtlich geschwächte französische Flanke zu umfassen. Der Kampf dort ist hart, im Morgennebel fast dunkel, aber entscheidend: ohne diesen Widerstand bricht Napoleons Plan zusammen.
Friant und die in den Dörfern am Goldbach eingesetzten Regimenter fangen die aufeinanderfolgenden Stöße ab. Davout sucht nicht den medienwirksamen Ruhm des Plateaus; er kauft die Zeit, die zum Bruch des Koalitionszentrums nötig ist. Der Tag der Drei Kaiser ist also auch der eines Korps, das hält, während der Rest der Armee manövriert.
Die Bulletins feiern Pratzen; die Stäbe behalten die Lehre des rechten Flügels: ohne ein solides Korps, das den Feind fesselt, bleibt das zentrale Manöver ein Schultraum.
Auerstedt, 14. Oktober 1806
Am selben Tag wie Jena, wo Napoleon einen Teil der preußischen Armee zerschlägt, treffen Davout und das III. Korps bei Auerstedt auf den Großteil der Kräfte des Herzogs von Braunschweig. Etwa siebenundzwanzigtausend Franzosen stehen nahezu der doppelten Zahl Gegner gegenüber. Braunschweig wird tödlich verwundet; König Friedrich Wilhelm III. ist anwesend; die preußische Maschine, Erbin Friedrichs II., glaubt noch an ihre moralische Überlegenheit.
Davout stellt seine Divisionen gestaffelt auf, vervielfacht die Karrees gegen die Kavallerie, weigert sich zu weichen. Gudin, Friant und Morand halten unter Höllenfeuer. Am Ende des Tages löst sich die preußische Armee auf. Napoleon, den Berichten gegenüber zunächst ungläubig, erkennt schließlich einen Sieg an, der zu den größten des Kaiserreichs zählt. Davout wird Herzog von Auerstedt.
Auerstedt prägt lange das Bild des III. Korps: nicht eine Masse für den spektakulären Sturm, sondern ein Instrument methodischen Kampfes, fähig allein zu siegen, wenn das Glück die Kolonnen trennt.
Polen, Preußisch Eylau und der Feldzug von 1807
Nach dem Fall Preußens zieht das III. Korps nach Polen. Czarnowo, Pułtusk, Golymin markieren einen Winter von Märschen durch Schlamm und Schnee. Am 8. Februar 1807 formiert Davout bei Preußisch Eylau den französischen rechten Flügel und drängt Bennigsens Russen, während das Zentrum wankt und Murat seine große Kavallerieattacke führt. Der Tag bleibt unentschieden und blutig; Davouts Korps, wie der Rest der Grande Armée, zahlt einen furchtbaren Tribut.
Der weitere Feldzug — bis Friedland und Tilsit — bestätigt den Platz des III. Korps unter den operativen Pfeilern. Seine Divisionsgeneräle werden Namen, die europäischen Stäben bekannt sind: Davout gegenüberzutreten heißt, einer Disziplin gegenüberzutreten, die sich nach dem Sieg nicht lockert.
Eggmühl, Wagram und das Ende der Ära Davout beim III.
1809 spielt Davout mit dem III. Korps gegen Österreich eine zentrale Rolle bei Eggmühl (22. April): das Umfassungsmanöver und der Druck auf Erzherzog Karl öffnen den Weg nach Regensburg und dann nach Wien. Bei Wagram im Juli nimmt das Korps noch an den entscheidenden Kämpfen des Feldzugs teil. Davout erhält den Titel Fürst von Eggmühl.
Nach 1809 verteilen die Reorganisationen der Grande Armée die Korpsnummern neu. 1812, beim Einmarsch in Russland, befehligt Davout das I. Korps — weitgehend aus Veteranen seiner früheren Divisionen zusammengesetzt — während das III. Korps Ney anvertraut wird. Die im III. geschmiedete Tradition von Disziplin und Feuer überlebt so unter einer anderen Nummer; die Moskwa und der mörderische Rückzug entreißen eine Generation von unter Davout gebildeten Kadern.
Das III. Korps von 1805-1809 bleibt im militärischen Gedächtnis das Modell des autonomen Korps: stark genug, allein zu siegen, diszipliniert genug, einem Gesamtplan zu dienen, ohne sich im individuellen Ruhm zu zerstreuen.