Ungarische und französische Ursprünge
Das Modell des Husaren kommt aus ungarischen Traditionen, die im 18. Jahrhundert in Europa verbreitet wurden. Frankreich übernimmt die spektakuläre Uniform und die Rolle der leichten Elitekavallerie.
Unter dem Empire bilden mehrere Husarenregimenter — in leuchtenden, nach Nummer wechselnden Farben — eine Aristokratie der Leichten, rivalisierend mit den Chasseurs à cheval im Prestige des Panaches.
Der Korpsgeist erhebt die individuelle Initiative, manchmal auf Kosten der Vorsicht: Die militärische Literatur der Zeit spiegelt das wider, zwischen Bewunderung und Kritik.
Organisation
Wie die anderen leichten Reiter organisieren sich die Husaren in Schwadronen innerhalb von Regimentern. Man findet sie in der Vorhut der Korps oder unter Generälen der leichten Kavallerie zusammengefasst.
Die Stärken leiden unter denselben Remontezwängen wie der Rest der Leichten. Ein Husar ohne lebhaftes Pferd ist nicht mehr ganz ein Husar.
Uniform- und Kleingerätzug — Kordons, Flammchen, Felle — ist komplexer als der des Chasseurs; die Intendanz weiß das sehr wohl.
Uniform und Bewaffnung
Enger Dolman, oft als Cape getragene Pelisse, Hose, Stiefel nach ungarischer Art, Tschako oder Kolback je nach Periode und Regiment, Sabretasche: das Ganze zielt auf Glanz ebenso wie auf Gebrauch.
Der gekrümmte Husarensäbel privilegiert den Hieb im berittenen Kampf. Pistolen und manchmal ein Karabiner ergänzen die Bewaffnung. Die Lanze ist nicht ihre typische Waffe — sie gehört vor allem den Lanzenreitern.
Diese Pracht hat einen Preis: Die Husarenuniform ist teuer, im Feld zerbrechlich und wird zu einer begehrten Trophäe.
Taktik
Offensive Aufklärung, Konvoiüberfall, Verfolgung nach dem Bruch, Duell gegen die feindliche Leichte: Der Husar lebt in der Bewegung. Die große Attacke der Feldschlacht ist weniger sein exklusives Gebiet als das der schweren Kavallerie.
Die besten Chefs — Lasalle ist die emblematische Figur — verbinden Blick und Schnelligkeit. Lasalles Tod bei Wagram (6. Juli 1809) trifft die Gemüter gerade deshalb, weil er diesen exponierten Führungsstil verkörpert.
Gegenüber Lanzenreitern muss der Husar die Reichweite der Lanze meistern, bevor er zum Säbel kommt; gegenüber Infanterie im Karree ist Vorsicht geboten.
Waffentaten
Die Husaren glänzen in den Feldzügen 1805–1809, von Austerlitz bis Wagram, indem sie Handstreiche und Verfolgungen vervielfachen. Eylau sieht sie im Chaos des Wintertages.
In Spanien stellt der Guerilla- und Kolonnenkrieg ihre Mobilität heraus und verschleißt zugleich die Regimenter. In Russland zahlt die Leichte im Rückzug einen furchtbaren Tribut.
Bei Waterloo nehmen französische Husarenelemente an den Kavallerieaktionen der Schlacht teil; der Tag wendet sich trotz des Schwungs der Leichten.
Erbe
Der Empire-Husar ist zum romantischen Archetyp des Reiters geworden: Panache, Tapferkeit, früher Tod. Oper, Roman und Malerei des 19. Jahrhunderts haben sich seiner bemächtigt.
Für diese Site bleibt er das theatralischste Gesicht der leichten Kavallerie — unter der Bedingung, das reale Handwerk des Aufklärers und Verfolgers nicht zu vergessen.