Ursprünge
Der Dragoner, historisch « berittener Infanterist », behält unter dem Empire eine doppelte Berufung, auch wenn der berittene Einsatz in den großen Schlachten dominiert. Die Waffe zählt zahlreiche Regimenter und bildet damit eine der wichtigsten Kavalleriemassen der Grande Armée.
Ihr Status liegt zwischen schwerer Kavallerie (Kürassiere) und leichter (Chasseurs, Husaren). Diese Mittelstellung erklärt die Vielfalt ihrer Missionen.
Von den Linien-Dragonern sind die Dragoner der Garde (Dragoner der Kaiserin) zu unterscheiden, ein anderswo behandeltes Elitekorps; hier geht es um die Dragonerregimenter der Armee.
Organisation
Die Dragonerregimenter organisieren sich in Schwadronen. Je nach Feldzug findet man sie in Dragonerbrigaden innerhalb der Korps oder für Kavallerieoperationen zusammengefasst.
In Spanien und Portugal werden Dragonerdetachements häufig für Eskorte, offensive Aufklärung und Besatzung eingesetzt — Missionen, die Männer und Pferde außerhalb der berühmten « großen Tage » verschleißen.
Die berittenen Stärken schwanken stark; die Remonte bleibt ein chronisches Problem, sobald die Feldzüge aufeinanderfolgen.
Uniform und Bewaffnung
Die Dragoneruniform — oft mit Grüntönen nach Regiment und Periode assoziiert — unterscheidet sich von den Husarenröcken und den Kürassen der Schweren. Helmkamm, Stiefel und Kavallerieausrüstung bilden eine erkennbare Silhouette.
Sie führen Kavalleriesäbel, Pistolen und oft einen Karabiner oder ein für den Fußkampf geeignetes Gewehr. Diese Fähigkeit abzusitzen, Erbe ihres Ursprungs, bleibt ein Vorteil im Belagerungs- und Postenkrieg.
Die volle Ausrüstung lastet auf dem Pferd; das Gleichgewicht zwischen Infanteriebewaffnung und berittener Mobilität ist ein altes Dilemma der Waffe.
Taktik
Zu Pferd greifen die Dragoner in Linie an oder unterstützen die Verfolgung. Zu Fuß können sie einen Punkt halten, eine Belagerung stützen oder eine provisorische Feuerlinie bilden — ohne jedoch einer trainierten Linieninfanterie gleichzukommen.
In der Feldschlacht setzt man sie ein, um einen Erfolg auszunutzen, eine Flanke zu decken oder die Kavalleriemasse zu verstärken. Sie ersetzen die Kürassiere nicht in der Rolle der ultimativen Stoßreserve, bieten aber mehr Flexibilität.
Auf Nebenschauplätzen wird ihre Vielseitigkeit zentral: Wenige « mittlere » Waffen werden so für disparaten Aufgaben begehrt.
Waffentaten
Die Dragoner nehmen an den Feldzügen von Austerlitz, Jena und den folgenden Jahren in Deutschland teil. Ihre Präsenz in den Kavallerie-Schlachtordnungen ist regelmäßig.
In Spanien verschleißen Dragonerregimenter in einem Krieg aus Scharmützeln und fliegenden Kolonnen. Bei Wagram und in späteren Feldzügen finden sie den Rahmen der großen mitteleuropäischen Schlachten wieder.
1812–1815 leiden sie wie die gesamte Kavallerie unter Pferdeverlust und sinkender Ersatzqualität. Waterloo sieht noch Dragoner im französischen Dispositiv, innerhalb einer bereits geprüften Kavallerie.
Erbe
Der Empire-Dragoner veranschaulicht die Spannung zwischen Spezialisierung und Vielseitigkeit. Die Armeen des 19. Jahrhunderts behalten lange Dragonerregimenter mit gemischter Berufung.
Für Empire Napoléon sind sie die Alltagskavallerie des Krieges — weniger mythologisiert als die Husaren, zahlreicher, unverzichtbar.