Kavallerie

Kürassiere

Schwere Stoßkavallerie

1802-1815

Die Kürassiere verkörpern die schwere Kavallerie des Empire: ausgewählte Männer, kraftvolle Pferde, stählerner Kürass und gerader Säbel, um Linien zu durchbrechen. Stoßreserve unter den Befehlen des Kaisers oder der Kavalleriekommandanten, prägen sie Eylau, Wagram und Waterloo mit massiven Attacken.

Ursprünge

Schwere gepanzerte Kavallerie gibt es in Frankreich lange vor Napoleon; das Empire modernisiert ihre Organisation, Uniform und den Masseneinsatz. Die Kürassierregimenter werden zum bevorzugten Werkzeug des berittenen Durchbruchs.

Unter dem Konsulat und dann dem Empire wächst die Zahl der Regimenter mit dem Bedarf der Feldzüge. Zusammen mit den Karabinieren bilden sie den Kern der Reservekavallerie.

Ihr Prestige ist beträchtlich: Zu den Kürassieren zu kommen setzt oft Größe, Solidität und möglichst ein gutes Pferd voraus — eine knappe Ressource nach den großen Feldzügen.

Organisation

Die Kürassierregimenter organisieren sich in Schwadronen; die berittene Gefechtsstärke liegt fast immer unter den theoretischen Tabellen, besonders nach 1812.

Auf dem Schlachtfeld gruppiert man sie häufig in Brigaden und Divisionen der schweren Kavallerie, in Reserve gehalten bis zum als entscheidend geltenden Moment. Murat, Nansouty, Latour-Maubourg und andere Kavalleriechefs machen daraus ein Manöverinstrument im Maßstab der Schlacht.

Der Unterhaltungszug — Schmiede, Sattler, Futter — folgt Gewaltmärschen nur schwer; Kürass und schweres Pferd verlangen eine besondere Logistik.

Uniform und Bewaffnung

Der Kürass (Brust- und oft Rückenplatte), der Helmkamm, der Rock und die Reiterstiefel bilden die schwere Silhouette. Das Eisen schützt gegen Stich und manchen Schuss, ohne unter Artilleriefeuer unverwundbar zu machen.

Die Hauptwaffe ist der gerade Säbel der schweren Kavallerie, für den Stoß in der Attacke geschaffen. Sattelpistolen ergänzen die Ausrüstung; der Karabiner steht nicht im Zentrum ihrer Stoßdoktrin.

Das Pferd, vorzugsweise groß und robust, ist ebenso wichtig wie der Mann. Pferdeverluste — Eylau, Russland, 1813 — schwächen die schwere Kavallerie ebenso wie die Menschenverluste.

Taktik

Die Attacke in Linie oder Staffel zielt darauf, bereits erschütterte Infanterie zu brechen, gegnerische Kavallerie zu werfen oder eine Bresche auszunutzen. Gegen ein festes Karree und anhaltendes Feuer kann sie mit schweren Verlusten scheitern.

Die Kürassiere greifen oft spät am Tag ein, wenn Artillerie und Infanterie das Gelände vorbereitet haben. Ihre Masse, einmal losgelassen, ist schwer zu stoppen — und schwer neu zu formieren, wenn die Attacke sich zerstreut.

Das Gelände zählt: Schlamm, Hänge, hohe Kulturen verlangsamen das schwere Pferd. Die großen Erfolge der schweren Kavallerie fallen oft mit befahrbarem Boden und einem bereits geprüften Feind zusammen.

Waffentaten

Bei Eylau (8. Februar 1807) stellt die massive Attacke der Reservekavallerie — in der die Kürassiere einen zentralen Platz einnehmen — eine kritische Lage unter Schnee und russischem Feuer wieder her. Der Preis an Menschen und Pferden ist enorm.

Bei Wagram (1809) nimmt die schwere Kavallerie an Durchbruchs- und Verfolgungsaktionen teil. An der Moskwa (1812) engagiert sie sich in kostspieligen Kämpfen um russische Redouten und Stellungen.

Bei Waterloo (18. Juni 1815) prägen die wiederholten Attacken der französischen Kavallerie gegen die anglo-alliierten Karrees — darunter Kürassiere — den Tag, ohne die feindliche Infanterie endgültig zu brechen. Schlamm und Verteidigungsfeuer wiegen schwer.

Erbe

Der Empire-Kürassier ist das europäische Archetyp des gepanzerten Reiters des 19. Jahrhunderts geblieben. Gemälde, Stiche und Uniformkunde haben das Bild fixiert: Helm, Kürass, blanker Säbel.

Für Empire Napoléon verkörpert er den berittenen Stoß — prächtig und kostspielig — der napoleonischen Schlacht.

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