Kavallerie

Karabiniers

Elite der schweren Kavallerie

1802-1815

Die Karabiniers zu Pferd bilden die prestigeträchtige Elite der französischen schweren Kavallerie. Lange an ihrem hellen Rock und ihrem charakteristischen Helm erkennbar, erhalten sie nach 1809 den Kürass. Weniger zahlreich als die Kürassiere, kämpfen sie in derselben Logik des zurückgehaltenen Stoßes.

Ursprünge und Prestige

Die Karabiniers erben eine Elitetradition, die auf das Ancien Régime und die Revolution zurückgeht. Unter dem Empire verkörpern zwei Karabinierregimenter oft den Gipfel der sozialen und militärischen Hierarchie der schweren Kavallerie.

Man unterscheidet sie von den Kürassieren durch die Geschichte des Korps, die Uniform und bis zu einem gewissen Grad die Rekrutierung. Auf dem Schlachtfeld jedoch schließt ihr Einsatz an den der Reservekavallerie an.

Ihr Ruf als « chic »-Einheit darf die Härte des Dienstes nicht verdecken: Attacken, Etappen und Pferdeverluste treffen sie wie die anderen.

Organisation

Die Karabinierregimenter gliedern sich in Schwadronen, eingebunden in Divisionen der schweren Kavallerie. Ihre Gesamtstärke bleibt unter der der Kürassiere insgesamt.

Sie werden für die entscheidenden Momente in Reserve gehalten, neben den Kürassieren, unter den Befehlen der großen Kavalleriekommandanten des Empire.

Nach den mörderischen Feldzügen — besonders 1812–1813 — wird die Erhaltung von Elitepferden und -reitern zu einer ständigen Herausforderung.

Uniform und Kürass

Vor der allgemeinen Einführung des Kürasses werden die Karabiniers oft in einem hellen Rock (weiß oder sehr hell je nach Periode und Quelle) und einem charakteristischen Helm mit Raupe oder Mähne beschrieben, der sie sofort erkennbar macht.

Nach den Lehren der Feldzüge — namentlich den Verlusten durch Lanzen und Schüsse — erhalten sie einen Kürass, der ihren Schutz dem der Kürassiere annähert. Genaue Daten und Modalitäten der Ausrüstung schwanken nach den Quellen; man wird diese Entwicklung vorsichtig nach 1809 ansetzen.

Der Säbel der schweren Kavallerie und die Pistolen bleiben die Nahkampfwaffen; der Karabiner ist trotz des Korpsnamens nicht das Zentrum ihrer Attackentaktik.

Taktik

Wie die Kürassiere greifen die Karabiniers an, um zu brechen und auszunutzen. Ihr wahrgenommener Wert beruht ebenso auf der Qualität von Männern und Pferden wie auf dem Gewicht des Stoßes.

Man setzt sie gern ein, wenn die Entscheidung nahe scheint — Bresche feindlicher Infanterie, offene Flanke, Verfolgung. Sie zu früh gegen intakte Infanterie im Karree zu werfen, setzt einem blutigen Misserfolg aus.

Die Koordination mit der reitenden Artillerie und den anderen schweren Regimentern ist wesentlich: Die schwere Kavallerie handelt im napoleonischen Schlachtplan selten allein.

Waffentaten

Die Karabiniers nehmen an den großen Tagen teil, an denen die Reservekavallerie engagiert wird: Eylau, Wagram, die Moskwa und die Deutschlandfeldzüge von 1813. Dienstlisten und Memoiren unterstreichen ihre Präsenz in entscheidenden oder verzweifelten Attacken.

Bei Waterloo verschleißen Elemente der französischen schweren Kavallerie — darunter das System Kürassiere/Karabiniers — gegen die alliierten Karrees. Der Tag zeigt die Grenzen des berittenen Stoßes angesichts fester Infanterie und gut bedienter Artillerie.

Das Detail der zu jeder Stunde engagierten Regimenter schwankt nach den Quellen; die französische schwere Kavallerie insgesamt lässt dort einen wichtigen Teil ihrer Wirksamkeit.

Erbe

In der Ikonographie bleibt der Empire-Karabinier — Helm, heller Rock, dann Kürass — eine Figur martialischer Eleganz. Uniformmuseen bewahren gesuchte Stücke.

Für dieses Wiki erinnern sie daran, dass die schwere Kavallerie nicht monolithisch war: Zwischen Kürassieren und Karabinieren bestand eine Prestigehierarchie innerhalb desselben Stoßhandwerks.

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