Infanterie

Voltigeure

Elite-Tirailleurkompanien

1804-1815

Die Voltigeure bilden innerhalb der Linien- und leichten Regimenter die Elitekompanien für den Tirailleurkampf. Unter dem Konsulat geschaffen und unter dem Empire verallgemeinert, verkörpern sie die agile Infanterie: kleinere Statur bevorzugt, präzises Feuer, schnelle Bewegung vor der Linie.

Schaffung und Name

Der Name « Voltigeur » evoziert die Idee des Voltigierens — sich rasch von einem Punkt zum anderen zu tragen. Eine Tradition erklärt, man habe erwogen, sie hinter einem Reiter aufsitzen zu lassen, um eine Verlegung zu beschleunigen; in der Praxis definiert vor allem ihre Rolle als leichte Tirailleure die Einheit.

Unter dem Konsulat erscheinen leichte Elitekompanien in der Organisation der Bataillone; das Empire systematisiert ihre Präsenz in den Linien- und leichten Infanterieregimentern. Sie ergänzen die Grenadiere (oder Karabiniers in der Leichten) als zweite Elitekompanie.

Es handelt sich also nicht um ein autonomes Korps im Sinne eines getrennten Regiments, sondern um die organische Elite jedes Bataillons — ein Organisationsdetail, das die Kampfweise tief verändert.

Rekrutierung und Kriterien

Man sucht oft Männer von kleinerer und agilerer Statur als die Grenadiere, die für Größe und Kraft gelten. Quellen und Reglements betonen die Eignung zum Schießen und zur Mobilität mehr als die Parade.

Das Prestige bleibt real: Zu den Voltigeuren zu kommen zeichnet den Konskribierten oder den bereits ausgebildeten Soldaten aus. Uniform und Eliteabzeichen (Falbeln, Epauletten in unterscheidender Farbe je nach Periode) markieren diesen Unterschied.

Wie bei jeder Infanterieelitte erzwingen Kampf- und Krankheitsverluste ständige Ersetzungen; das Erfahrungsniveau schwankt daher stark nach Jahren und Schauplätzen.

Bewaffnung und Ausrüstung

Das Gewehr Charleville (Modell 1777 und Varianten) bleibt die Grundwaffe, mit Bajonett. Manche Voltigeure können je nach Beständen sorgfältig gearbeitete Waffen erhalten, ohne dass man sich eine radikal andere Bewaffnung als bei der Linie vorstellen müsste.

Der kurze Säbel rüstet häufig die Elitekompanien aus. Patronentasche, Tornister und Tschako ergänzen die Tracht; die Elitedistinktionen liest man vor allem an den Ornamenten und am Status im Bataillon.

Die Ausbildung privilegiert Schießen, Schwarmbewegung und raschen Rückruf zur geschlossenen Ordnung — denn der Voltigeur muss sich unter Feuer zerstreuen und wieder formieren können.

Taktische Rolle

Vor den Bataillonen bilden die Voltigeure den ersten Feuerschleier. Sie beunruhigen die feindlichen Linien, zielen auf Offiziere und Geschützbedienungen, wenn sich die Gelegenheit bietet, und maskieren das Vorrücken der Kolonnen.

Wenn ein Hindernis genommen werden muss — Hecke, Gebäude, Waldrand — ist ihre Fähigkeit zum Kleineinheitkampf wertvoll. Gegenüber der Kavallerie fallen sie auf das Bataillon zurück, um das Karree zu bilden.

Ihre Wirksamkeit hängt vom Gelände und von der Disziplin ab: Ein zu weit entfernter Schwarm kann hinweggefegt werden; zu nah behindert er das Feuer der Linie. Gute Kompaniechefs bemessen diese Distanz nach Augenmaß.

Auf den Schlachtfeldern

Bei Austerlitz, Jena, Eylau, Wagram oder der Moskwa eröffnen die Voltigeurkompanien oft den lokalen Kampf, bevor die Masse eintrifft. Soldatenerzählungen erwähnen häufig diese « Kleinen » in der Vorhut.

In Spanien vervielfachen bewaldetes Gelände und Dorfkämpfe die Einsatzgelegenheiten. 1812–1814 macht sich der Verschleiß der Elitekader bemerkbar: Die Voltigeure bleiben präsent, doch die durchschnittliche Erfahrung sinkt mit den aufeinanderfolgenden Aushebungen.

Bei Waterloo nehmen sie an den Infanteriegefechten des Tages teil; ihre Rolle fügt sich in die breitere der Linien- und leichten Bataillone ein.

Erbe

Die Voltigeure symbolisieren die taktische Modernisierung der Infanterie: Die aufgelöste Ordnung ist nicht mehr das Vorrecht von Irregulären, sondern eine organische Funktion des Regiments. Diese Idee durchzieht das Jahrhundert.

Für die napoleonische Erinnerung bleiben sie die « Augen » und « Finger » des Bataillons — diskret in den Schlachtgemälden, wesentlich im Detail des Kampfes.

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