Kehrtwende vom Kanal
Am 26. August 1805 verließ die Armee der Ozeanküsten Boulogne: sieben Korps nahmen auf getrennten Wegen die Straße nach Osten, mit von Berthier im Voraus berechneten Etappen. In fünfunddreißig Tagen überschritten zweihunderttausend Mann den Rhein auf einer Front von zweihundert Kilometern zwischen Mainz und Straßburg, ohne dass Wien begriff, wohin der Stoß zielte.
Die Umfassung Macks
General Mack erwartete mit siebzigtausend Österreichern die Franzosen in der Schwarzwaldlücke und glaubte Zeit zu haben: Kutusows Russen rückten zu ihm heran. Napoleon griff ihn nicht frontal an. Er schwenkte seine ganze Armee nach Südosten, überschritt die Donau flussabwärts bei Donauwörth und Neuburg und schnitt den Rückzugsweg nach Wien ab.
Die Gefechte von Wertingen, Günzburg und Elchingen zogen das Netz enger; Ney nahm am 14. Oktober die Brücke von Elchingen. Mack, in Ulm ohne Vorräte und Entsatzhoffnung eingeschlossen, kapitulierte am 20.: etwa dreißigtausend Mann defilierten vor dem Kaiser und streckten die Waffen.
Ein Sieg ohne Schlacht
Insgesamt kostete der Feldzug von Ulm Österreich nahezu sechzigtausend Mann bei wenigen tausend französischen Verlusten, fast ohne Feldschlacht. Es war die reinste Demonstration des napoleonischen Systems: der Marsch, nicht der Stoß, entscheidet.
Der Weg nach Wien war offen; die Stadt wurde am 13. November besetzt. Doch am Tag nach der Kapitulation verschloss Trafalgar endgültig das Meer: das Kaiserreich gewann den Kontinent an dem Tag, an dem es den Ozean verlor.
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