Der Westindien-Plan
Um eine Landung in England zu decken, brauchte man für einige Tage die Herrschaft im Kanal. Der Plan von 1805 war ehrgeizig: Villeneuve sollte Nelsons Flotte nach Westindien locken, vor ihr nach Europa zurückkehren, die Geschwader von Brest und Ferrol aufnehmen und nach Boulogne hinauffahren. Das Manöver scheiterte im Juli vor Kap Finisterre; Villeneuve flüchtete nach Cádiz. Am 26. August brach der Kaiser das Lager von Boulogne ab: die Invasion war vor der Schlacht aufgegeben.
Der 21. Oktober
Zum Auslaufen nach Neapel gedrängt und mit Ablösung bedroht, verließ Villeneuve Cádiz mit dreiunddreißig französisch-spanischen Schiffen. Nelson griff mit siebenundzwanzig unter Aufgabe der herkömmlichen Kiellinie in zwei senkrechten Kolonnen an, um den Gegner in drei Teile zu zerschneiden. Das auf der Victory gesetzte Signal — „England erwartet, dass jeder seine Pflicht tut“ — leitete fünf Stunden Nahkampf ein.
Das Ergebnis war eindeutig: achtzehn verbündete Schiffe genommen oder zerstört, kein britisches verloren; Admiral Gravina starb an seinen Wunden, Villeneuve geriet in Gefangenschaft. Nelson, von einem Schützen der Redoutable getroffen, starb in seinem Sieg.
Zwei Jahrhunderte Folgen
Die kaiserliche Marine erholte sich nicht mehr: die wiederaufgebauten Schiffe blieben bis 1814 in den Häfen blockiert. Großbritannien hielt die See für ein Jahrhundert, und mit ihr den Welthandel und die Finanzierung der Koalitionen.
Da er auf dem Wasser nicht siegen konnte, verfügte Napoleon ein Jahr später die Kontinentalsperre: der Krieg verlagerte sich auf wirtschaftliches Gelände, wo er das Kaiserreich sicherer ruinierte als jede Armee.
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