Ursprünge und Gründung
Die Grenadiere zu Fuß der Garde stammen direkt von den Grenadieren der Konsulargarde ab. Als das Regime am 18. Mai 1804 zum Kaiserreich übergeht, werden diese Elitekompanien zum 1. Regiment Grenadiere zu Fuß der Kaiserlichen Garde. Ihr Ruf geht den großen Schlachten von 1805 bereits voraus: Männer, gewählt nach Statur, Dienst und Standfestigkeit unter dem Feuer.
Ein zweites Regiment wird später geschaffen (1806-1811 je nach Reorganisationen), um die Expansion der Alten Garde aufzunehmen, ohne das erste zu schnell zu verdünnen. Zusammen verkörpern das 1. und 2. Regiment das vertrauteste Bild des napoleonischen Elitesoldaten: Bärenmütze, blauer Rock mit weißen Aufschlägen, massive Silhouette.
Ihr Platz in der Schlachtordnung ist nicht der einer ständigen Vorhut. Napoleon hält sie in Reserve, sichtbar, gefürchtet, verfügbar für den Moment, in dem die Linie alles gegeben hat, was sie konnte.
Organisation und Bestände
Jedes Regiment Grenadiere zu Fuß gliedert sich in Bataillone, diese wiederum in Kompanien. Die theoretischen Bestände schwanken je nach Jahr; in der Praxis dünnen die Feldzüge die Reihen schneller aus, als die Depots sie auffüllen. Die Quellen nennen Größenordnungen von ein- bis zweitausend Mann pro Regiment in normalen Zeiten, mit spürbaren Schwankungen.
General Curial erscheint neben anderen Generaloffizieren der Garde oft im Kommando der Infanterie der Alten Garde. Marschall Mortier befehligt mehrfach Formationen, die diese Regimenter umfassen. Bessières, Generaloberst der Gardekavallerie, ist nicht ihr organischer Chef, doch seine Nähe zum Kaiser bedingt den Gesamteinsatz der Reserve.
Die Unterscheidung Alte / Mittlere / Junge Garde stellt die Grenadiere zu Fuß klar an die Spitze der militärischen Sozialhierarchie. Die jüngeren Füsilier-Grenadiere haben nicht denselben Status; die Tirailleure der Jungen Garde noch weniger.
Uniform, Bewaffnung und Rekrutierung
Die Reglements verlangen eine Mindestgröße, oft um 1,76 m angegeben (fünf Fuß sechs französische Zoll nach Umrechnung), sowie ein erhebliches Dienstalter — häufig zehn Dienstjahre und Feldzüge auf dem Konto. Die genauen Details variieren nach Texten und Perioden; Historiker betonen die relative Strenge des Filters eher als ein einziges starres Maß.
Die Bärenmütze, sofort erkennbares Emblem, unterscheidet den Gardegrenadier vom Linieninfanteristen mit Tschako. Die Hauptwaffe bleibt das reglementarische Infanteriegewehr, ergänzt durch den Briquet-Säbel und für manche Grade durch Paradeausrüstung.
Die Rekrutierung erfolgt durch Auswahl aus den Linienregimentern und anderen Gardeformationen. Der Eintritt zu den Grenadieren zu Fuß gilt als soziale wie militärische Beförderung: Sold, Prestige und manchmal Aufstiegschancen für Unteroffiziere.
Waffentaten
In der Reserve bei Austerlitz liefern die Grenadiere zu Fuß dort nicht den blutigsten Kampf, doch ihre Masse trägt zum psychologischen Druck auf den Gegner bei. Bei Eylau, in der Kälte des Februar 1807, stützt die Gardeinfanterie ein Schlachtfeld, auf dem die Verluste der Linie entsetzlich sind.
Bei Aspern-Essling (Mai 1809) und dann Wagram nehmen sie an Verteidigung und Wiedergewinnung der Initiative nach den Rückschlägen an der Donau teil. Bei Borodino hält Napoleon sie weiterhin zurück, zum Ärger mancher Generale, die den Einsatz der Reserve fordern, um die Russen zu vollenden.
Während des Rückzugs aus Russland und der Feldzüge 1813-1814 dienen die Grenadiere zu Fuß als moralischer Stützpunkt. Die Bestände schmelzen; die individuelle Qualität bleibt, doch die verfügbare Masse schrumpft.
Bei Waterloo am 18. Juni 1815 führt nicht vor allem die Alte Garde der Grenadiere den Endangriff gegen das alliierte Zentrum — dieser Angriff fällt vor allem der Mittleren Garde zu —, doch die Grenadiere zu Fuß bilden beim Rückzug das letzte Viereck des Zusammenhalts. Ihr später Widerstand nährt die Legende der « Unsterblichen ».
Erbe und Erinnerung
Im europäischen Imaginaire verkörpert der Gardegrenadier mit Bärenmütze Napoleon sicherer als jede andere Uniform. Britische, deutsche und französische Stiche reproduzieren ihn nach 1815 endlos.
Die Memoiren der Grognards — Coignet und andere — haben den Ton gesetzt: murrende Vertrautheit mit dem Kaiser, Korpsstolz, Nostalgie der Feldzüge. Diese literarische Erinnerung ergänzt die militärische Akte und erklärt, warum diese Regimenter zwei Jahrhunderte später das unmittelbarste Symbol der Alten Garde bleiben.