Schaffung und Platz in der Garde
Seit der Konsulargarde und dann der Kaiserlichen Garde (18. Mai 1804) verfügt die Eliteartillerie über berittene Kompanien, die der Gardekavallerie folgen und entscheidende Angriffe stützen können. Sie unterscheidet sich von der Fußartillerie der Garde und erst recht von der Linienartillerie.
Ihr Prestige folgt dem der Alten Garde: gepflegtes Material, erfahrene Bedienungen, Vorrang bei Munitions- und Pferdeversorgung.
Napoleon, von Ausbildung Artillerist, schenkt dieser Waffe besondere Aufmerksamkeit; die Memoiren betonen seinen Blick für die Platzierung der Batterien.
Organisation und Material
Die reitende Artillerie der Garde organisiert sich in Kompanien; Zahl und Zusammensetzung entwickeln sich mit der Expansion der Garde bis 1812–1814. Jedes Geschütz wird von einer trainierten Mannschaft bedient, mit Zugpferden und Reittieren für die Kanoniere.
Das System Gribeauval — Standardisierung der Kaliber und des Trains — untermauert die französische Artillerie. Leichte Feldgeschütze (namentlich Kanonen zu 4, 6 oder 8 Pfund je nach Dotation und Periode) privilegieren die Mobilität.
Die genauen Stückzahlen bei jeder Schlacht schwanken nach den Etats; das Wesentliche ist die Fähigkeit, rasch ein Elitefeuer zu konzentrieren.
Drouot und das Kommando
Antoine Drouot (1774–1847), ein für seine Feuerwissenschaft und Bescheidenheit geschätzter Artillerieoffizier, wird eine der zentralen Figuren der Gardeartillerie. Er verkörpert den gelehrten Offizier mehr als den Säbelkämpfer.
Unter seinem Einfluss und dem der Kader der Waffe haben Platzierung der Batterien, Wahl des Moments und Management der Munitionswagen Vorrang vor Theatereffekt. Bei Waterloo bleibt Drouot bei Napoleon in den Entscheidungen über den Einsatz von Garde und Artillerie.
Andere Offiziere der Gardeartillerie verdienen Erwähnung je nach Feldzug; Drouot bleibt der Name, der in der kollektiven Erinnerung am meisten mit dieser Exzellenz verbunden ist.
Taktik
Die reitende Artillerie galoppiert zu einem Punkt der Front, geht in Stellung, schießt mit Kartätsche oder Kugel je nach Distanz und verlegt sich, bevor sie unter Feuer genommen wird. Diese Mobilität macht sie ideal, um eine Kavallerieattacke zu stützen oder einen Infanterieangriff vorzubereiten.
Die Konzentration von Batterien — ein Napoleon teures Prinzip — kann eine « große Batterie » schaffen, deren Feuer den Bruch vorbereitet. Die Garde liefert oft den Qualitätskern dieser Konzentrationen.
Die Grenzen bleiben die jeder reitenden Artillerie: Verwundbarkeit der Gespanne, Abhängigkeit von Munition, schlammiges Gelände, das die Räder festsetzt — Waterloo bietet das Beispiel.
Waffentaten
Auf den großen Tagen des Empire — Austerlitz, Eylau, Wagram, die Moskwa — präsent, stützt die reitende Artillerie der Garde die Momente, in denen Napoleon seine Reserve einsetzt. Bei Eylau verbinden sich Feuer und Kavallerie im Schneesturm.
1812 folgt sie der Garde bis Moskau und leidet wie der Rest der Armee unter dem Rückzug. 1813–1814 bleibt sie ein Trumpf auf Schlachtfeldern, wo Qualität manchmal die Zahl ausgleicht.
Bei Waterloo (18. Juni 1815) hämmert die französische Artillerie, Garde eingeschlossen, die alliierten Linien; der Bodenzustand und der feindliche Widerstand begrenzen die Ausnutzung. Die Niederlage löscht nicht den technischen Ruf der Waffe.
Erbe
Die reitende Artillerie der Garde hat das Modell der mobilen Eliteartillerie des 19. Jahrhunderts festgeschrieben. Drouot bleibt in der napoleonischen Erinnerung das gelehrte Gesicht des Feuers.
Für Empire Napoléon verkörpert sie die Präzision im Dienst der Entscheidung — den am meisten kalkulierten bewaffneten Arm der Garde.