Ursprünge und Gründung
Nach der Ägyptenexpedition (1798-1801) bringt Bonaparte Mameluckenreiter und orientalische Hilfstruppen nach Frankreich. Unter dem Konsulat und dann dem Kaiserreich wird eine Eskadron von Mamelucken gebildet und der Garde unterstellt — in der Praxis oft den Jägern zu Pferd zugeordnet. Die Einheit vereint symbolische Funktion und Kampffähigkeit.
Roustam Raza, persönlicher Mameluck Napoleons, gehört mehr zum Haushalt des Kaisers als zum Kommando der Eskadron; er verkörpert gleichwohl in den Augen der Öffentlichkeit den « Mamelucken Napoleons ». Die kämpfende Eskadron selbst folgt den Feldzügen der Grande Armée.
Die orientalische Tracht — Turban, Kaftan, Sarouel, gekrümmte Waffen — macht diese Reiter zu einer sofort lesbaren Präsenz auf Schlachtengemälden und Propagandastichen.
Organisation und Bestände
Es handelt sich um eine reduzierte Formation: die genannten Bestände liegen oft um einhundertfünfzig bis zweihundertfünfzig Mann je nach Periode, weit entfernt von vollständigen Garderegimentern. Es ist eine Eskadron, keine Brigade.
Verwaltungsmäßig mit der leichten Gardekavallerie verbunden, manövriert die Eskadron im Gefolge der Jäger zu Pferd. Französische Offiziere rahmen die Einheit allmählich ein, während die Rekrutierung über die gebürtigen Ägypter hinaus erweitert wird — Syrer, Griechen und später nach Bedarf « orientalisierte » Europäer.
In der symbolischen Hierarchie der Garde nehmen die Mamelucken eine einzigartige Nische ein: bewusstes Exotentum, zur Schau gestellte Treue zum Kaiser, begrenzter Bestand.
Uniform, Bewaffnung und Rekrutierung
Die Uniform ist kein angepasster französischer Rock: es ist eine Tracht osmanischer und mameluckischer Inspiration — leuchtende Farben, weite Draperien, Turban oder orientalische Mütze. Die Bewaffnung mischt Krummsäbel, Dolche, Pistolen, manchmal Lanzen, in einer Ausrüstung, die die westliche Vorstellungskraft trifft.
Die anfängliche Rekrutierung stützt sich auf die aus dem Orient mitgebrachten Männer und auf Freiwillige aus dem Mittelmeerraum. Mit der Zeit verdünnt sich der « echt mameluckische » Charakter; die Einheit bleibt gleichwohl durch Tracht und Namen erkennbar.
Die Ausbildung muss orientalische Reittraditionen und die Disziplin der französischen Garde versöhnen. Das Ergebnis ist nach den Zeugnissen eine pittoreske, aber zu wirksamen Attacken fähige Truppe.
Waffentaten
Die Mamelucken sind in den großen Feldzügen zu Beginn des Kaiserreichs präsent: Austerlitz, Jena, die polnischen Angelegenheiten. Ihr geringer Bestand begrenzt ihre strategische Rolle, nicht aber ihre Sichtbarkeit: wo sie attackieren, vermerken es die Chroniken.
Bei Wagram und während des Feldzugs von 1809 begleiten sie die Gardekavallerie. In Spanien und anderswo erscheinen Abteilungen in der Eskorte und in den Elitekolonnen.
Der Russlandfeldzug setzt sie denselben Prüfungen aus wie die übrige Kavallerie. Die Überlebenden dienen 1813-1814 weiter.
Unter den Hundert Tagen wird die Eskadron erneut im Umkreis der Garde wiederhergestellt. Waterloo schließt für sie wie für die anderen den kaiserlichen Zyklus.
Erbe und Erinnerung
In der kollektiven Erinnerung ist der Mameluck der Garde zu einem orientalistischen Motiv ebenso wie zu einem militärischen Faktum geworden. Géricault, Vernet und andere Maler haben Silhouetten festgehalten, die uniformologische Genauigkeit und Fantasie mischen.
Historisch erinnert die Eskadron daran, dass das napoleonische Kaiserreich auch ein mediterranes Produkt war: Ägypten war nicht nur ein gescheitertes Abenteuer, sondern eine dauerhafte Quelle von Männern, Bildern und Legenden.