Kaiserliche Garde

Dragoner der Kaiserin

Garde — Dragoner

1806-1815

1806 geschaffen und unter das Patronat Joséphines gestellt, bilden die Dragoner der Garde — genannt Dragoner der Kaiserin — eine Gardekavallerie von prestigeträchtigem Status, erkennbar an den rosa Aufschlägen.

Ursprünge und Gründung

Das Dragonerregiment der Kaiserlichen Garde wird 1806 geschaffen, in einem Moment, in dem Napoleon seine Elitereserve systematisch erweitert. Unter das Patronat der Kaiserin Joséphine gestellt, erhält es bald den gebräuchlichen Namen « Dragoner der Kaiserin », der der Einheit in der kollektiven Erinnerung und im üblichen Sprachgebrauch auch nach der Scheidung von 1809 verbunden bleibt.

Die Schaffung entspricht einem taktischen und symbolischen Bedarf: der Garde eine Dragonerkavallerie zu bieten, die zu Pferd wie, bei Bedarf, zu Fuß kämpfen kann, und zugleich die dynastische Bindung zur Souveränin sichtbar zu machen.

Bereits in den folgenden Feldzügen fügt sich das Regiment in die Kolonnen der Gardekavallerie unter der allgemeinen Autorität Bessières’ ein.

Organisation und Bestände

Wie die anderen berittenen Regimenter der Garde organisieren sich die Dragoner in Eskadrons. Die Bestände liegen nach Revuen und Jahren in einer Größenordnung vergleichbar den anderen Formationen der Gardekavallerie — um die tausend Mann in günstigen Perioden, weniger nach den Verlusten.

Generaloffiziere wie Arrighi de Casanova erscheinen in der Geschichte des Korps. Das Oberkommando der Gardekavallerie bleibt der Rahmen, in dem das Regiment neben den Grenadieren und Jägern zu Pferd manövriert.

Statusmäßig gehören die Dragoner der Kaiserin zur Kaiserlichen Garde auf dem prestigeträchtigsten Niveau, auch wenn die feine Unterscheidung Alte/Mittlere Garde für gewisse Kavallerieeinheiten bei den Spezialisten Nuancen aufweist.

Uniform, Bewaffnung und Rekrutierung

Das berühmteste Detail der Uniform ist der rosa Facing (Paspel und Aufschläge), der das Regiment auf Gemälden und in zeitgenössischen Beschreibungen sofort erkennbar macht. Dragonerhelm, grüner Rock, Stiefel: die Silhouette mischt Codes der Liniendragoner und Garde-Luxus.

Die Bewaffnung kombiniert Dragonersäbel, Pistolen und je nach Mission das Gewehr oder den Karabiner für den Kampf zu Fuß. Diese Vielseitigkeit rechtfertigt die Existenz einer Dragonereinheit in einer Garde, die schon an reiner Kavallerie reich ist.

Die Rekrutierung wählt Reiter der Dragoner oder gleichwertiger Formationen von ausreichender Statur und Dienstzeit aus, um Anspruch auf die Garde zu erheben. Der Reiz des kaiserlichen Patronats verstärkt das Prestige der Versetzung.

Waffentaten

Bereits in den Feldzügen 1806-1807 eingesetzt, nehmen die Dragoner der Garde an den Operationen in Preußen und Polen im Gefolge der berittenen Reserve teil. Sie sind 1809 im Dispositiv von Wagram präsent.

In Spanien und auf anderen Nebenschauplätzen erscheinen Detachements der Gardekavallerie — Dragoner je nach Periode eingeschlossen — in Eskorten- oder Eliteverstärkungsmissionen, ohne dass jedes Eskadron bei jeder Affäre systematisch dokumentiert wäre.

Bei Borodino und während des Russlandfeldzugs erleiden sie wie die gesamte Kavallerie die Pferdekrise. 1813-1814, so gut wie möglich wiederhergestellt, nehmen sie den Weg der Chargen und der Deckung von Rückzügen wieder auf.

Bei Waterloo greift die Gardekavallerie — Dragoner der Kaiserin im berittenen Dispositiv eingeschlossen — an, ohne die alliierten Karrees zu brechen. Der Tag schließt ein Jahrzehnt des Prestiges unter dem Feuer ab.

Erbe und Erinnerung

Der Name « Dragoner der Kaiserin » hat in Historiographie und Uniformologie sicherer überlebt als mancher offizielle Titel. Er erinnert daran, dass die Garde nicht nur eine Kriegsmaschine war, sondern ein Theater dynastischer Legitimität.

Heute gehören rosa Facings und Helme der Gardedragoner zu den begehrtesten Stücken napoleonischer Sammlungen.

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