Vier Jahre Verfall
Ab 1817 verschlechterte sich die Gesundheit: Magenschmerzen, Erbrechen, Abmagerung, geschwollene Beine. Das feuchte Klima von Longwood, die Untätigkeit und der ständige Konflikt mit Gouverneur Hudson Lowe zermürbten einen Mann, der kaum noch hinausging. Am 15. April 1821 diktierte er sein Testament: „Ich wünsche, dass meine Asche an den Ufern der Seine ruht, inmitten des französischen Volkes, das ich so sehr geliebt habe.“
Der 5. Mai
Der Todeskampf dauerte mehrere Tage vor einem vollen Zimmer — Bertrand, Montholon, Abbé Vignali, der Kammerdiener Marchand. Er starb um 17.49 Uhr, in einem Sturm, der die Bäume des Plateaus niedergelegt hatte. Die überlieferten letzten Worte lauteten im Delirium „Frankreich… Armee… Spitze der Armee“.
Die tags darauf von Antommarchi vor sieben britischen Ärzten vorgenommene Autopsie stellte Magenkrebs fest, die Krankheit, an der sein Vater gestorben war. Die 1961 durch Haaranalysen wiederbelebte These einer Arsenvergiftung bleibt umstritten: Arsen war in Farben, Tapeten und Arzneien der Zeit allgegenwärtig.
Ein Grab ohne Namen
London lehnte die von seinem Gefolge geforderte Inschrift „Napoleon“ ab; die Franzosen lehnten „Napoleon Bonaparte“ ab, das den Kaisertitel verneinte. Die Platte blieb leer. Am 9. Mai wurde er im Geranientaal unter drei Weiden bestattet, das Grab von einem britischen Posten bewacht.
Die Nachricht brauchte zwei Monate bis Europa. Sie verwandelte einen lästigen Gefangenen in eine romantische Gestalt: es war der Tod, mehr als die Herrschaft, der die Legende eröffnete.
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