Staatsräson
Die am Vorabend der Krönung geschlossene kirchliche Ehe hatte kein Kind gebracht. Die Geburt des Sohnes von Éléonore Denuelle 1806 und dann die des Grafen Walewski 1810 bewiesen, dass die Unfruchtbarkeit nicht beim Kaiser lag. Nach Wagram wurde die dynastische Frage dringend: ohne direkten Erben fiel das Reich an die Brüder zurück, von denen sich keiner durchgesetzt hatte.
Die Sitzung vom 15. Dezember
Im Thronsaal der Tuilerien lasen vor der kaiserlichen Familie, Cambacérès und dem Erzkanzler zuerst der Kaiser, dann die Kaiserin die Auflösungsurkunde. Joséphine, mit brechender Stimme, konnte nicht zu Ende lesen, und Regnault de Saint-Jean-d'Angély beendete es für sie. Das Senatskonsult des folgenden Tages sprach die zivile Scheidung aus; das Pariser Offizialat annullierte die kirchliche Ehe im Januar 1810 wegen mangelnder Zustimmung und fehlender Zeugen.
Danach
Joséphine behielt den Kaiserinnentitel, Malmaison, das Schloss Navarre und drei Millionen Jahresrente. Sie empfing 1814 Alexander I. und starb am 29. Mai desselben Jahres in Malmaison; der Kaiser erfuhr es auf Elba aus einer Zeitung.
Das dynastische Kalkül gelang und scheiterte zugleich: Marie Louise schenkte ihm im März 1811 einen Sohn, doch das österreichische Bündnis hinderte Wien nicht, 1813 der Koalition beizutreten, und der König von Rom regierte nie.
Siehe auch
Mehr erfahren
Empfohlene Bücher zum Vertiefen (Affiliate-Links)
Napoleon — Eine meisterliche Biografie
Eine umfassende Biografie des Kaisers, auf solider Forschung basierend.
≈ 24,90 €Die Große Armee
Organisation, Taktik und Alltag der Soldaten der Großen Armee.
≈ 29,00 €Austerlitz 1805
Die ausführliche Darstellung der Schlacht der drei Kaiser.
≈ 19,90 €Als Amazon-Partner verdient diese Website an qualifizierten Verkäufen.
Die Enzyklopädie unterstützen
Empire Napoléon ist ein unabhängiges Projekt. Ihre Unterstützung hilft, Inhalte auszubauen und den Betrieb zu sichern.
Spenden