Ursprünge und Gründung
Die Elitegendarme finden ihren Ursprung unter dem Konsulat, als das Regime die Exekutive mit einer höchst zuverlässigen Militärpolizei- und Eskorte-Truppe ausstattet. Mit dem Kaiserreich gliedern sie sich in die Kaiserliche Garde ein.
Ihre Mission ist nicht die eines Linienregiments für den Massensturm: sie wachen über die Sicherheit der Hauptquartiere, die Ordnung der Kolonnen und die Eskorte von Persönlichkeiten.
In der symbolischen Ökonomie der Garde signalisiert ihre Gegenwart die Kontinuität zwischen militärischem Haushalt und Sicherheitsapparat des Kaiserstaats.
Organisation und Bestände
Die Einheit bleibt bewusst klein: einige Kompanien oder Schwadronen je nach Periode, weit entfernt von den Beständen der Infanterie- oder Kavallerieregimenter der Garde.
Marschall Bessières, Generaloberst der Gardekavallerie, erscheint in der dem Kaiser nahen Befehlssphäre dieser berittenen Elite- oder Eskorteformationen. Napoleon entscheidet über ihren Einsatz nächst dem Hauptquartier.
Diese geringe Größe erklärt, warum die Elitegendarme selten im Zentrum der Schlachtberichte stehen: ihre Rolle ist strukturell, nicht spektakulär.
Uniform, Bewaffnung und Rekrutierung
Die gepflegte, erkennbare Uniform der Elitegendarme unterstreicht die Repräsentationsfunktion ebenso wie den Dienst. Die Bewaffnung entspricht einer berittenen oder gemischten Truppe je nach Organisation des Moments: Säbel, Faustfeuerwaffen, Eskorteausrüstung.
Die Rekrutierung ist selektiv: vorbildliche Führung, politische und militärische Zuverlässigkeit, frühere Erfahrung. Zu den Elitegendarmen zu gehören bedeutet das direkte Vertrauen der Macht.
Die innere Disziplin mischt Anforderungen der Militärpolizei mit den Codes der Garde. Die Einheit muss sichtbar, korrekt und sofort verfügbar sein.
Waffentaten
Im Feldzug von 1805 begleiten die Elitegendarme das Hauptquartier und die Garde. Bei Austerlitz gehören sie zum Reserve- und Sicherheitsaufgebot um Napoleon mehr als zu einer autonomen Sturmmasse.
1806, während des Preußenfeldzugs, folgen sie der Grande Armée im Gefolge des Sieges von Jena und der Verfolgung. Ihre Rolle bleibt die einer begleitenden Eliteeinheit.
Bei Wagram 1809 sind die Garde und ihre Eskorteeinheiten im kaiserlichen Aufgebot präsent. Die Elitegendarme sichern weiter Sicherheit und Prestige um das Kommando.
Die Historiographie betont, dass ihre Bedeutung weniger an Kampfverlusten als am Vertrauen gemessen wird, das man ihnen für den Schutz des Führungsapparats entgegenbringt.
Erbe und Erinnerung
Im kollektiven Gedächtnis bleiben die Elitegendarme eine diskrete Einheit: wenige Volkslegenden, viel institutionelle Präsenz. Sie erinnern daran, dass die Garde nicht nur eine Stoßreserve war.
Für den Historiker des Ersten Kaiserreichs veranschaulichen sie die Verschmelzung von Militärprestige, Feldpolizei und Haushalt des Kaisers — ein Kennzeichen des napoleonischen Systems.