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Parma

Das Herzogtum von Marie Louise

44.8015°N, 10.3279°E

Der Vertrag von Fontainebleau vom 11. April 1814 sprach Marie Louise die Herzogtümer Parma, Piacenza und Guastalla zu. Sie regierte dort von 1816 bis 1847 und hinterließ das Andenken einer beliebten Herrscherin — ohne Napoleon je wiederzusehen.

Historischer Kontext

Der Vertrag, der Napoleon nach Elba schickte, sah auch ein Trostreich für seine Gattin vor. Ein Jahr später beschnitt der Wiener Kongress es: Das Herzogtum galt nur auf Lebenszeit, es sollte nicht an Napoleon II. fallen, und die Nachfolge blieb den Bourbonen von Parma vorbehalten. Marie Louise regierte einen Staat ohne Dynastie — ihr Sohn blieb in Wien und wuchs als österreichischer Erzherzog auf.

Sie traf im April 1816 ein, vierundzwanzigjährig, in Begleitung des Grafen Neipperg, des einäugigen Offiziers, den Metternich ihr beigegeben hatte und von dem sie bereits Kinder hatte. 1821 heirateten sie morganatisch, wenige Monate nach Napoleons Tod; 1829 erneut verwitwet, heiratete sie Graf Bombelles.

Ihre Regierung war maßvoll und baufreudig. Sie ließ die Brücke über den Taro errichten, schenkte der Stadt das 1829 eröffnete Teatro Regio, förderte Bibliothek, Universität und Kunstakademie, milderte das Strafrecht und verteilte Hilfe während der Seuchen. Die Parmesaner nannten sie la buona Maria Luigia — ein Beiname, der die italienische Einigung überdauert hat und noch heute fällt.

Sie starb am 17. Dezember 1847 in Parma und ruht in Wien in der Kapuzinergruft unter ihrem Titel einer Erzherzogin von Österreich. Das Herzogtum fiel im Jahr darauf an die Bourbonen zurück. Parma ist der stille Epilog des Kaiserreichs: eine Kaiserin der Franzosen als italienische Fürstin, geliebt von einem Volk, das Napoleon nie gesehen hatte.

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