Preußisch Eylau war eine kleine ostpreußische Stadt zwischen gefrorenen Seen und offener Ebene. Am 8. Februar 1807 blendete ein Schneesturm beide Heere: Augereaus Korps, nach dem Kompass marschierend, kam vom Weg ab und wurde von der russischen Artillerie aus nächster Nähe vernichtet. Murat rettete den Tag mit achtzig Schwadronen, der größten Kavallerieattacke des Jahrhunderts.
Die Stadt heißt heute Bagrationowsk, nach dem russischen General Bagration; sie ist seit 1945 russisch und liegt im Oblast Kaliningrad an der polnischen Grenze. Die Landschaft — flache Felder, Gehölze, Teiche — hat sich kaum verändert, doch nichts leitet den Besucher. Einige Denkmäler und eine Gedenktafel erinnern an die Schlacht; das Gebäude, in dem Napoleon sein Hauptquartier gehabt haben soll, wird noch gezeigt.
Am folgenden Tag ritt der Kaiser über ein von Schnee und Leichen bedecktes Feld. Kein Bulletin konnte dies als Sieg darstellen: Die Russen waren geordnet abgezogen, das französische Heer war erschöpft, die Verluste auf beiden Seiten vergleichbar. Es war das erste große ergebnislose Gemetzel des Kaiserreichs, und das Heer begriff es.
Die Antwort kam aus der Malerei. 1807 schrieb die Regierung einen Wettbewerb zur Darstellung des Tages aus; Antoine-Jean Gros gewann ihn mit einem riesigen Gemälde, auf dem Napoleon zu Pferd inmitten der Verwundeten die Hand in einer Geste des Mitleids hebt. Einen Sieg konnte man nicht malen, also malte man einen leidenden Kaiser — die erste große visuelle Lüge des Regimes, und eine der schönsten.