Die spanische Monarchie zerriss sich seit Monaten: Karl IV., sein Günstling Godoy und der Erbe Ferdinand stritten nach dem Aufruhr von Aranjuez um den Thron. Napoleon, dessen Truppen das Land unter dem Vorwand eines Marsches nach Portugal bereits besetzten, bot seine Vermittlung an und bestellte sie auf Schloss Marracq bei Bayonne. Sie kamen alle, aus freien Stücken.
Der Mechanismus war in drei Wochen erledigt. Ferdinand VII. gab die Krone am 6. Mai seinem Vater zurück; Karl IV. trat sie tags darauf für eine Pension und das Schloss Compiègne an Napoleon ab. Am 6. Juni wurde Joseph Bonaparte zum König von Spanien ausgerufen. Eine vor Ort einberufene Versammlung spanischer Notabler nahm im Juli die Verfassung von Bayonne an, einen auf Französisch verfassten Reformtext.
Während die Königsfamilie ihre Kapitulation aushandelte, hatte sich Madrid erhoben. Am 2. Mai brach der Aufstand aus; Murat schlug ihn in der Nacht nieder, mit Erschießungen, die Goya sechs Jahre später malen sollte. Die Nachricht erreichte Bayonne mitten in den Verhandlungen und unterbrach sie nicht — sie machte sie nur dringlicher.
Die Rechnung war juristisch tadellos und politisch verheerend. Sie setzte voraus, dass eine Nation ihrer Dynastie folgt; Spanien tat genau das Gegenteil. Sechs Jahre Krieg, dreihunderttausend verschlungene Männer, die erste Niederlage einer kaiserlichen Armee bei Bailén. Auf St. Helena machte er das klarste Geständnis seiner Memoiren: Dieser unselige spanische Krieg hat ihn zugrunde gerichtet.