Französische Städte und Regionen

Straßburg

Das Tor nach Deutschland

48.5734°N, 7.7521°E

Alle Deutschlandfeldzüge führten über Straßburg. Im September 1805 überschritten dort in wenigen Tagen zweihunderttausend Mann den Rhein, um Österreich bei Ulm zu stellen.

Die Stadt war ebenso militärische Anlage wie Provinzhauptstadt: Vaubans Zitadelle, Arsenal, Rheinbrücken, Depots. Schon im Ancien Régime war Kellermann 1788 ihr Gouverneur. Jede Armee, die in Süddeutschland wirken will, beginnt mit Straßburg, und jede aus Deutschland kommende Armee stößt darauf.

Der große Augenblick war der September 1805. Das Lager von Boulogne wurde in drei Wochen aufgelöst, und die Grande Armée durchquerte Frankreich in getrennten Korps; sie überschritt den Rhein bei Straßburg und flussabwärts zwischen dem 25. September und dem 1. Oktober. Einen Monat später kapitulierte Mack bei Ulm ohne Feldschlacht: Der Marsch hatte mehr bewirkt als das Feuer.

Joséphine hielt sich während des Feldzugs dort auf, im Palais Rohan, und führte einen wartenden Hof, während die Armee die Donau hinabzog. Die Stadt diente auch als Poststation und Kurierübergang: In einem Reich, das zu Pferde regiert wurde, war Straßburg ebenso ein Informations- wie ein Truppenknoten.

1814 kehrte sich die Logik um. Von den Verbündeten blockiert, hielt der Platz bis zur Abdankung; 1815 wurde er nach Waterloo erneut belagert. Als Grenzstadt diente sie allen aufeinanderfolgenden Regimen — und behielt vom Kaiserreich das Arsenal, die Kasernen und die Erinnerung an die Durchmärsche.

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