Schlachtfelder

Hougoumont

Der Hof, der den ganzen Tag hielt

50.6740°N, 4.3960°E

Wellington schrieb, der Ausgang der Schlacht habe vom Schließen eines Tores abgehangen. 2015 zum zweihundertsten Jahrestag restauriert, ist der Hof heute zu besichtigen.

Es ist ein wallonisches Wehrgehöft aus Backstein und Stein, mit geschlossenem Hof, Kapelle, Obstgarten und Wäldchen, vorgeschoben vor dem rechten Flügel der Alliierten. Wellington legte dorthin Kompanien der Garde und Nassauer Truppen: Solange Hougoumont hielt, konnte das französische Heer seinen rechten Flügel nicht umgehen, ohne sich zu entblößen.

Der Angriff begann gegen elf und hörte nicht mehr auf. Gegen Mittag sprengte eine Gruppe Franzosen unter Sous-lieutenant Legros, genannt der Einbrecher, das Nordtor und drang in den Hof ein; Oberst Macdonell und eine Handvoll Männer stemmten den Torflügel wieder zu und töteten alle Eingedrungenen bis auf einen elfjährigen Tambour. Der Hof brannte am Nachmittag, fiel aber nicht.

Was ein Ablenkungsmanöver sein sollte, verschlang den ganzen Tag und einen Teil des Korps Reille: vierzehntausend Mann für ein Nebenziel. Wellington schrieb später, der Erfolg der Schlacht habe am Schließen der Tore von Hougoumont gehangen.

Der Ort wäre beinahe verschwunden. Verfallen und ausgeweidet, rettete ihn ein 2011 begonnenes internationales Projekt: Kapelle, Scheune, Mauern und Obstgarten wurden wiederhergestellt, und 2015 öffnete der Ort zum zweihundertsten Jahrestag wieder, mit einem Rundgang und einem Denkmal für die Soldaten. Es ist der Punkt von Waterloo, an dem man am besten begreift, was Nahkampf 1815 bedeutete.

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