Schlachtfelder

Die Beresina

Die Brücken von Studjonka, November 1812

54.2800°N, 28.5000°E

Technisch eine gelungene Operation: Das Heer kam hinüber. Im Französischen ist das Wort zum Synonym für Desaster geworden — und es bezeichnet eine Furt in Weißrussland.

Ende November 1812 saß der Rückzug in der Falle. Drei russische Armeen konvergierten, die Brücke von Borissow war zerstört, und die Beresina, die hätte gefroren sein sollen, führte Eis. General Éblé, der dem Befehl, seinen Pontontrain zu verbrennen, nicht gehorcht hatte, ließ flussaufwärts bei Studjonka zwei Bockbrücken bauen, in eisigem Wasser, in dem seine Leute stehend und in Schichten arbeiteten.

Der Übergang dauerte vom 26. bis 29. November. Geschlossene Verbände gingen geordnet hinüber; es waren die Nachzügler, Verwundeten, Zivilisten und Frauen, die sich am Ufer stauten und warteten. Als die Russen in das Gedränge feuerten und die Brücken am Morgen des 29. verbrannt wurden, blieben mehrere tausend Menschen auf der anderen Seite. Éblé starb einen Monat später vor Erschöpfung.

Der Ort liegt heute bei Barysau in Weißrussland, etwa siebzig Kilometer von Minsk. Die Brückenstelle beim Dorf Studsjonka ist durch Kreuze und ein Mahnmal bezeichnet; Grabungen haben dort Überreste, Knöpfe und Waffen zutage gefördert. Die Landschaft aus Wald und Sumpf hat sich kaum verändert — einer der wenigen Orte des Russlandfeldzugs, an dem man noch sieht, was die Soldaten sahen.

Das Paradox liegt im Wort. Die Operation war ein technischer Erfolg: Das Heer entkam einer vollständigen Einkesselung, und Napoleon rettete, was an organisierten Kräften blieb. Doch das Bild der Brücken und der zurückgelassenen Menge überdeckte alles: Im Französischen bezeichnet eine Beresina seither eine völlige Niederlage — was keiner anderen Schlacht des Kaiserreichs mit einem Eigennamen gelang.

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