Den Ort hatte Napoleon selbst gewählt. Er liebte dieses mit Weiden bepflanzte Tälchen, an dessen Grund eine Quelle das täglich nach Longwood hinaufgetragene Wasser lieferte, und hatte gesagt, wenn man ihn nicht nach Frankreich zurückgebe, wolle er dort begraben sein. Die Briten, die jede Überführung ablehnten, nahmen diesen Kompromiss an.
Die Beisetzung fand am 9. Mai 1821 statt, vier Tage nach seinem Tod, mit britischen militärischen Ehren für einen General. Der Leichnam wurde in vier ineinandergesetzte Särge gelegt, unter versiegeltes Mauerwerk und drei Steinplatten. Eine Wache stand ständig: London fürchtete bis zuletzt eine Entführung des Leichnams.
Die Platte blieb leer. Die Franzosen wollten den bloßen Vornamen Napoleon eingraviert sehen, wie für einen Souverän; die Briten verlangten Napoleon Bonaparte, den Namen eines bestimmten Generals. Mangels Einigung wurde nichts geschrieben — und dieser namenlose Stein wurde zu einem der meistkommentierten Gegenstände des ganzen romantischen 19. Jahrhunderts.
Das Grab ist seit dem 15. Oktober 1840, dem Tag der Exhumierung, leer. Es blieb an Ort und Stelle, gepflegt, umgeben von seinem Gitter und neu gepflanzten Weiden; wie Longwood gehört das Tälchen seit 1858 Frankreich. Ein Pfad von wenigen hundert Metern führt hinab, und man findet dort genau das, wofür man gekommen ist: nichts, sehr gut erhalten.