Kaiserliche Residenzen

Der Quirinal

Der Kaiserpalast in Rom, nie bewohnt

41.8994°N, 12.4869°E

Nach der Annexion von 1809 wurde der Papstpalast mit großem Aufwand in eine kaiserliche Residenz für einen Besuch umgebaut, der nie stattfand. Von dort wurde auch Pius VII. entführt.

Monte Cavallo, seit dem späten 16. Jahrhundert Sommerresidenz der Päpste, wurde schon mit der Besetzung Roms im Februar 1808 zum Einsatz. Dort ließ General Radet in der Nacht vom 5. auf den 6. Juli 1809 die Mauern erklettern und entführte Pius VII. nach Savona. Der Papst war fort; der Palast blieb, und das Kaiserreich beschloss einzuziehen.

Rom war eben annektiert und zur zweiten Stadt des Kaiserreichs erklärt worden; der Erbe sollte den Titel König von Rom tragen. Es brauchte also eine entsprechende Residenz. Die Arbeiten, Raffaele Stern und dann französisch-italienischen Teams anvertraut, dauerten vier Jahre: Kaiserappartements, Prunksäle, klassizistische Dekorationen, staatlich finanzierte Aufträge an Bildhauer und Maler.

Canova, als Schutzfigur der römischen Künste herangezogen, vermittelte bei mehreren dieser Vorhaben, nicht ohne Vorbehalte gegen eine Macht, die den Papst eingekerkert hatte. 1812 war alles bereit für einen kaiserlichen Besuch, den der Russlandfeldzug und dann der Zusammenbruch von 1813 für immer verhinderten. Napoleon hat Rom nie betreten.

Pius VII. kehrte 1814 zurück und erhielt einen auf Kosten seines Kerkermeisters renovierten Palast. Der Quirinal wurde 1871 Königspalast, 1946 Residenz der Präsidenten der Italienischen Republik. Die vom Kaiserreich bestellten Dekorationen sind dort noch zu sehen: die kostspieligste Spur einer römischen Herrschaft, die nie begann.

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