Institutionen

Palais der Ehrenlegion

Das Hôtel de Salm, Sitz des Ordens

48.8600°N, 2.3250°E

1802 gegen den Widerstand des Staatsrats geschaffen, war die Ehrenlegion der erste Orden, der Zivilisten und allen Rängen offenstand. 1804 bezog sie ein Palais, dessen Fassade Jefferson kopiert hatte.

Der Entwurf wurde im Frühjahr 1802 im Staatsrat erörtert und ging knapp durch. Die Einwände wogen schwer: Die Revolution hatte die Ritterorden abgeschafft, eine Auszeichnung sah nach Privileg aus, man sprach von Klingelschellen. Bonapartes Antwort ist geblieben und bekennt sich zum Zynismus: Mit Klingelschellen führt man die Menschen.

Das Neue am Orden liegt in drei Zügen. Er stand Zivilisten ebenso offen wie Militärs; er kannte keine Geburt, ein Tambour konnte ihn erhalten wie ein Marschall; und er war mit Einkünften ausgestattet, was ihn auch zur Pension machte. Die erste große Verleihung fand am 16. August 1804 im Lager von Boulogne vor hunderttausend Mann statt; die im Invalidendom war ihr im Juli vorausgegangen.

Die Großkanzlei bezog 1804 das Hôtel de Salm, kurz vor der Revolution für einen 1794 guillotinierten deutschen Fürsten erbaut. Seine Seinefassade mit Kolonnade und Rotunde hatte Thomas Jefferson, damals Gesandter in Paris, so gefallen, dass er sich für Monticello davon anregen ließ. Der Orden schuf auch Erziehungshäuser für Töchter und Schwestern von Legionären, darunter Écouen 1805.

Das Palais brannte während der Kommune 1871 und wurde dank Sammlungen der Legionäre originalgetreu wieder aufgebaut. Der Orden selbst wurde nie unterbrochen: Monarchien, Republiken und Kaiserreiche behielten ihn alle. Von allen zwischen 1800 und 1804 geschaffenen Einrichtungen ist er diejenige, deren Form sich in zwei Jahrhunderten am wenigsten geändert hat.

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