Kaiserliche Residenzen

Monza

Die Königsvilla des Königreichs Italien

45.5845°N, 9.2744°E

Als Residenz von Eugène de Beauharnais, Vizekönig von Italien, war die Villa von Monza das Saint-Cloud des napoleonischen Königreichs. Es ist auch die Stadt, welche die Eiserne Krone bewahrt.

Die Villa wurde von 1777 bis 1780 von Giuseppe Piermarini — dem Architekten der Scala — für Erzherzog Ferdinand, den österreichischen Gouverneur der Lombardei, erbaut. An das napoleonische Königreich Italien übergegangen, wurde sie zur Landresidenz des Vizekönigs Eugène de Beauharnais, der das Land im Namen seines Stiefvaters regierte.

Eugène erweiterte sie und ließ um sie herum einen riesigen englischen Park anlegen, einen der größten Europas, dazu eine Mustergutswirtschaft. Die Appartements wurden von Mailänder Werkstätten im Empire-Geschmack neu möbliert; man empfing, jagte und führte dort die Geschäfte des Königreichs fern von Mailands Hitze. Napoleon hielt sich auf seinen Italienreisen dort auf.

Monza hat überdies symbolische Bedeutung. Der Dom bewahrt seit dem frühen Mittelalter die Eiserne Krone der Langobardenkönige, den Reif, der aus einem Nagel des Kreuzes geschmiedet sein soll. Diese Krone holte Napoleon im Mai 1805, um sie sich im Mailänder Dom selbst aufs Haupt zu setzen, bevor er sie nach Monza zurückbringen ließ.

Das Königreich brach 1814 zusammen, und die Villa fiel an die Habsburger, dann an Savoyen. Der unter Eugène angelegte Park beherbergt seit 1922 das Autodrom von Monza. Eine der wenigen Palastanlagen, die für das kaiserliche Frankreich jenseits seiner Grenzen entworfen wurden, dient heute als Kulisse des Großen Preises von Italien.

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