Schloss Schonenberg war 1782 bis 1784 für Albert von Sachsen-Teschen und Marie Christine, die Statthalter der Österreichischen Niederlande, erbaut worden. Die Annexion von 1795 machte es zum Nationalgut; mangels Käufer verfiel es. 1804 kaufte es der kaiserliche Staat als Residenz des Kaisers in den neun einverleibten Departements.
Die Wahl war politisch. Diese Departements waren jung, reich und England zugewandt: Dort musste die Macht zeigen, dass sie zu Hause war. Napoleon hielt sich mehrfach dort auf, besonders 1810 mit Marie Louise, auf einer langen Inspektionsreise, die sie auch nach Antwerpen führte, das er zu einem Arsenal machen wollte — einer Pistole, wie er sagte, auf das Herz Englands gerichtet.
Der Palast wurde auf Kosten der Zivilliste möbliert, mit den üblichen Lieferanten des kaiserlichen Mobiliars. Herrscherappartements, eine Kapelle und Wirtschaftsgebäude wurden eingerichtet, der Park neu gestaltet. Es ist einer der wenigen kaiserlichen Paläste außerhalb Frankreichs, die das Kaiserreich tatsächlich nutzte.
Nach 1815 fiel das Schloss an den König der Niederlande, 1831 an das unabhängige Belgien. Leopold I. zog ein, Leopold II. erweiterte es nach einem Brand 1890 beträchtlich und fügte die Gewächshäuser hinzu. Das von Napoleon gekaufte Gebäude ist seither ununterbrochen das Haus einer Dynastie, die ihm ihre Adresse mittelbar verdankt.