Dresden war der Angelpunkt des Deutschlandfeldzugs: Hauptstadt des Königreichs Sachsen, letzter treuer Verbündeter, zentrales Depot des Heeres und kaiserliches Hauptquartier im Sommer 1813. Als Schwarzenbergs Böhmische Armee mit zweihunderttausend Mann auf die Stadt niederging, eilte Napoleon in zwei Tagen aus Schlesien herbei und kam rechtzeitig an.
Die Kämpfe vom 26. und 27. August fanden in den Vorstädten und auf den südlichen Höhen um den Großen Garten statt. Regen ertränkte die Zündpfannen; Artillerie und Kavallerie entschieden. Die Verbündeten verloren fast vierzigtausend Mann und wichen ungeordnet nach Böhmen zurück. Es war ein klarer Sieg, der letzte dieser Größenordnung.
Ihm folgte keine Wirkung. Der kranke Napoleon verfolgte nicht; das zur Abschneidung des Rückzugs entsandte Korps Vandamme wurde eingeschlossen und kapitulierte drei Tage später bei Kulm. Auf den Räcknitzer Höhen bezeichnet ein Denkmal die Stelle, an der General Moreau, der einstige Sieger von Hohenlinden in Diensten des Zaren, von einer französischen Kugel beide Beine verlor.
Die Stadt, die man heute besucht, ist nicht mehr jene. Die Bombardierung vom Februar 1945 zerstörte das barocke Zentrum, das in den folgenden sechzig Jahren wiederaufgebaut wurde, bis hin zur 2005 vollendeten Frauenkirche. Von den Kämpfen von 1813 bleiben nur der Verlauf der Höhen, der Große Garten und einige Denkmäler: Dresdens Gedächtnis wurde von einer jüngeren Katastrophe vollständig überdeckt.