Das Gelände erklärte alles. Zwischen Etsch und Alpone, östlich von Verona, dehnte sich 1796 ein von schmalen Dämmen durchzogenes Sumpfgebiet, in dem die Infanterie nur in Kolonne vorrücken konnte, ohne sich zu entfalten. Die Brücke von Arcole beherrschte einen dieser Dämme; dieser Engpass, nicht eine Heldentat, ließ die Kämpfe vom 15. bis 17. November dauern.
Dieses Gelände gibt es nicht mehr. Die Sümpfe wurden im 19. Jahrhundert trockengelegt, und die Ebene ist heute gewöhnliches Agrarland der Provinz Verona, von Kanälen und Straßen durchzogen. Die heutige Brücke ist nicht die von 1796. Ein Denkmal und ein Ortsmuseum erinnern an die Episode; es braucht eine Rekonstruktionsanstrengung, um zu verstehen, warum drei Tage nötig waren.
Die Fahnenszene gehört weniger dem Ort als dem Atelier. Bonaparte ergriff tatsächlich eine Standarte, um seine Leute auf den Damm zu führen, und landete im Graben, von seinen Grenadieren aus dem Schlamm gezogen. Doch das Bild, das zwei Jahrhunderte überdauerte, ist das von Antoine-Jean Gros, wenige Monate später in Mailand auf Joséphines Anregung gemalt: eine Büste, ein Blick, eine Fahne — kein Sumpf.
Es ist das erste Beispiel eines Mechanismus, den das Kaiserreich vervollkommnen sollte. Die Tatsache ist bescheiden, die Erzählung gewaltig, und die Erzählung geht der Geschichte voraus: Arcole tritt durch ein Gemälde in das französische Gedächtnis ein, nicht durch ein Schlachtfeld. Der Ort selbst hat fast nichts zu zeigen, was schon für sich eine Lehre über die Herstellung von Ruhm ist.